Di, 12. Dezember 2017

Nutzer schockiert

11.11.2017 12:42

"Smarte" Sextoys: App nimmt heimlich Geräusche auf

Wieder sorgt ein vernetztes Sexspielzeug für Aufregung: Nur wenige Wochen nachdem IT-Sicherheitsforscher nachweisen konnten, dass Geräte des Herstellers Lovesense gehackt werden können, stellt sich nun heraus, dass das Unternehmen selbst intime Infos sammelt. Die Begleit-App zur Steuerung nehme ungefragt die Geräuschkulisse bei der Nutzung auf, klagen einige Lovesense-Nutzer.

Wie das IT-Portal "The Verge" berichtet, hat ein Nutzer des Online-Forums Reddit die Begleit-App zum vernetzten Bluetooth-Sexspielzeug des in Hongkong beheimateten Herstellers dabei ertappt, wie diese ungefragt während der Nutzung Audiodateien aufgezeichnet und am Smartphone des Nutzers gespeichert hat. Salopp gesagt, hat die Begleit-App die Lovesense-Nutzer also heimlich belauscht, als diese mit ihrem Erwachsenenspielzeug zugange waren.

Die Nutzer sind angesichts der Enthüllungen erbost: Sie hatten der Steuerungs-App für die vernetzten Sextoys zwar zuvor am Smartphone die Berechtigung eingeräumt, Mikrofon und Kamera anzuzapfen - allerdings für die in die App eingebaute Chat-Funktion, und nicht permanent, sondern nur für den Versand kurzer Audio-Clips.

Alles nur ein "kleiner Bug"?
Besonders pikant: In die Diskussion auf Reddit schaltete sich ein Nutzer ein, der nach eigenen Angaben für Lovesense tätig ist. Ihm zufolge handle es sich bei Abhörtätigkeit der App lediglich um einen "kleinen Bug" auf Android-Geräten. Die Audiodateien würden nicht an die Server des Unternehmens geschickt und nach einiger Zeit vom Smartphone gelöscht. Eine Antwort auf die Frage, wieso überhaupt ungefragt Audiomitschnitte angefertigt werden, fehlt bisher ebenso wie ein offizielles Statement des Herstellers.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hersteller von intelligentem Sexspielzeug wegen schleißigem Datenschutz in die Kritik geraten. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein ebenfalls von Lovesense hergestelltes "Butt Plug" mit Bluetooth-Verbindung zum Smartphone gehackt werden kann. Zuvor musste ein Unternehmen namens We-Vibe wegen Sicherheitslücken in seinen Bluetooth-Vibratoren in Kanada fünf Millionen Dollar Schadensersatz an die Kunden ausschütten.

 krone.at
Redaktion
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