Di, 21. November 2017

„Armutskrankheit“

12.11.2017 09:15

Lungenentzündung tödlichste Krankheit für Kinder

Jedes Jahr sterben mehr Kinder an Lungenentzündung als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen. Und das, obwohl die Krankheit behandelbar ist.

Laut dem Bericht "Fighting for Breath", den die Kinderrechtsorganisation Save the Children nun veröffentlicht hat, verlieren jedes Jahr fast eine Million Kinder unter fünf Jahren durch eine Lungenentzündung ihr Leben. Betroffen sind fast ausschließlich Kinder in den ärmsten Ländern, denen der Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen fehlt. Lungenentzündung ist eine "Armutskrankheit", heißt es in dem Bericht.

99 Prozent der Todesfälle in den ärmsten Ländern der Welt
Demnach starben im Jahr 2015 insgesamt 920.000 Kinder unter fünf Jahren an Lungenentzündung - zwei Kinder jede Minute. 99 Prozent der Todesfälle würden in den ärmsten Ländern der Welt verzeichnet. Mehr als 80 Prozent der Kinder, die an Lungenentzündung sterben, erleben dem Bericht zufolge nicht einmal ihren zweiten Geburtstag. Die kleinsten Kinder seien bei einer Infektion besonders gefährdet: Viele von ihnen hätten durch Mangelernährung oder unzureichende Versorgung mit Muttermilch ohnehin ein geschwächtes Immunsystem.

Krankheit vermeid- und behandelbar
"Die Krankheit lässt die betroffenen Kinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln", beschreibt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, die Situation. "Es ist nicht hinnehmbar, dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, obwohl wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt." Laut Save the Children kostet eine Behandlung mit Antibiotika lediglich 34 Cent und kann ein erkranktes Kind in drei bis fünf Tagen heilen.

Die neuesten Forschungsergebnisse aber lassen eine erneute Verschlimmerung der Lage befürchten: Bis zum Jahr 2030 könnten demnach 735.000 weitere Kinder an Lungenentzündung sterben, wenn "das aktuelle Schritttempo beibehalten wird". Die Organisation verweist darauf, dass die Weltgemeinschaft damit ihr vor zwei Jahren in der Agenda 2030 vereinbartes Ziel verfehlt, dass bis zum Jahr 2030 kein Kind mehr an einer vermeidbaren Krankheit stirbt.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden