Sa, 18. November 2017

Tornados erforschen

09.11.2017 17:33

Wetterdienst sucht Sturmjäger

Tornados, die mit gewaltigen Geschwindigkeiten ganze Landstreifen verwüsten, kennt man eigentlich nur aus Nordamerika. Doch selbst in Kärnten gibt’s diese Wirbelstürme - wenn auch nicht mit so starke. Zehn Tornados sind in der Europäischen Unwetterdatenbank erfasst, doch die Dunkelziffer dürfte viel größer sein.

  • 26. Juli 2006: Mit Windspitzen bis zu 180 km/h fegte ein Tornado zwei Kilometer durch Maria Gail bei Villach. Häuser wurden abgedeckt - und es entstand ein Schaden von mehr als 100.000 Euro.

  •  Gleich mehrere Fahrzeuge, darunter ein drei Tonnen schwerer Schulbus, wurden am 11. März 2006 in Weitensfeld durch einen Tornado in die Luft gewirbelt. Die Gurktaler rannten um ihr Leben.

"Kärnten zählt in Österreich zwar nicht zu den Tornado-Hotspots wie die Südoststeiermark oder das Wiener Becken, aber es gibt diese Wetterphänomene", erklärt Tornado-Experte Rainer Kaltenberger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. Doch viel weiß man über diese Wetterphänomene in Kärnten nicht: "Es gibt kaum eine Forschung, deshalb brauchen wir alle Wetterinteressierten, die uns auch Tornados melden, da diese in der Regel sehr lokal auftreten."

Dafür gibt’s die Smartphone-App EWOB, mit der in Sekundenschnelle umgestürzte Bäume, überflutete Straßen oder fotografierte Tornados gemeldet werden können. Die ZAMG ist daher auf der Suche nach "Stormchasern", also freiwilligen Sturmjägern, die Unwetter ausmachen, diese beobachten, verfolgen und dokumentieren. "So kann man einen wichtigen Beitrag zur Erforschung leisten", meint Kaltenberger.

Vortrag für Interessierte

Für alle Interessierten: Am Freitag (10. 11.), hält Kaltenberger bei der Jahrestagung der Fachgruppe Meteorologie des Naturwissenschaftlichen Vereins (Beginn 18.15 Uhr) einen Vortrag über Tornados und andere Starkwindphänomene in der Aula des Landesmuseums Kärnten (ab 19.30 Uhr). Davor gibt’s einen tollen Bericht über die Modernisierung des Wetterdienstes in Myanmar (18.45 Uhr).

Hannes Wallner, Kärntner Krone

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