Fr, 24. November 2017

„Krone“-Sport Gala

09.11.2017 15:14

Spider Murphy Gang mit „32 16 8“ um Mitternacht

Er lässt die Finger vom Alkohol, hält sich mit einem täglichen Spaziergang fit, hat durch seine Mutter Wurzeln in Oberösterreich und gilt als der Finanzminister der bayrischen Kultband: Die "Krone" traf Günther Sigl (70), Mitbegründer der Spider Murphy Gang, vorm Konzert gegen Mitternacht auf der "Krone"-Sport Gala (25. November, Design Center Linz) zum Interview in München...

"Krone": Eben wurde das 40 Jahre-Jubiläum der Spider Murphy Gang gefeiert. Was wünscht man sich zu so einem Anlass?
Günther Sigl: Wir haben zwei Mal hintereinander die Olympiahalle in München ausverkauft. Das war ein besonderes Geschenk für uns. Privat ist die Gesundheit das höchste Gut, da geht nix drüber.

"Krone": Vier Jahrzehnte Musikbusiness scheinen bei Ihnen keine Spuren hinterlassen zu haben. Haben Sie immer so seriös und gesund gelebt?
Günther Sigl: Also, ich habe eine Alkoholallergie, hat man mir zumindest jemand gesagt, und daher war für mich  nach drei Vollräuschen im Jahre 1972 Schluss mit Alk. Zigaretten habe ich als Bub probiert - da wurde mir so dermaßen schlecht, das war mir eine Lehre fürs Leben. Und auch von anderen Substanzen hielt ich mich immer fern.


"Krone": Das hört sich vorbildhaft an und ist ein  Grund, dass Sie mit 70 Jahren topfit sind.
Günther Sigl: Ja mei, ich war schon als Kind sehr sportlich, war ein Turner, der auch bei einigen Wettkämpfen vorne dabei war. Auch bei der Leichtathletik bin ich jedem davongelaufen. Und heute ist für mich Bewegung  wichtig - ich  gehe jeden Tag spazieren. Das hört sich für viele vielleicht blöd an, kann aber auch anstrengend sein. Und ich muss ein wenig gestehen, dass mich der Rock’n’Roll natürlich auch jung hält.

"Krone": Gehen wir ein wenig zurück: Der Hit "Skandal im Sperrbezirk" löste einst einen Skandal aus, wurde sogar von einigen Radiostationen boykottiert. Praktisch über Nacht wurde "32 16 8" zur berühmtesten Telefonnummer in Deutschland.
Günther Sigl: Wir haben damals vorab natürlich gecheckt, ob diese Nummer eh nicht in München vergeben war, aber den Rest des Landes hatten wir nicht wirklich am Schirm. Wir durften daher im Laufe der Jahre unzählige Änderungen von Rufnummern bezahlen. Und die Blumen, die wir zur Entschuldigung verschickten, habe ich gar nicht mehr gezählt. Einige Sträuße lassen wir auch heute noch zukommen (lacht).


"Krone": Der Auslöser für Ihre Karriere war ja, als Sie mit 15 Jahren eine Gitarre bekamen.
Günther Sigl: Die hat mir mein Vater damals um 40 Mark, also rund 20 Euro, gekauft. Von dem Tag an habe ich jeden Tag auf dem Teil geübt, bis meine Finger vor Schmerzen nicht wollten.

"Krone": Und hat der Papa das freiwillig gemacht oder wurde er von Ihnen dazu gedrängt?
Günther Sigl: Nein, er hat es sehr unterstützt, dass ich ein Instrument lerne. Wobei für ihn wichtig war, dass ich eine ordentliche Ausbildung mache. Daher habe ich eine  Banklehre gemacht. Als ich dann dort aufhörte, um mein Geld als Profimusiker zu verdienen, sind meine Eltern ein wenig aus allen Wolken gefallen und konnten diesen Schritt nicht verstehen.


"Krone": Das heißt Sie sind der Finanzminister der Band?
Günther Sigl: Auf jeden Fall, als sich bei uns der Erfolg einstellte, war ich schon 35 Jahre und auch nicht mehr so anfällig für etwaige Blödheiten.

"Krone": War für Sie und ihre Bandkollegen immer klar, im bayrischen Dialekt zu singen?
Günther Sigl: Ich bin zu Beginn  ja jahrelang in Ami-Clubs aufgetreten und habe die Soldaten mit englischen Songs unterhalten. Als uns dann der Bayrische Rundfunk für die Sendung "Rockhouse" als Hausband engagierte, wurde wir praktisch gezwungen, im Dialekt zu singen. Das war für uns eigentlich ein Glück. Und so wurden wir auch die Vorreiter, die Rock’n’Roll mit bayrisch mischten.


"Krone": Darauf freuen sich schon die Besucher, der "Krone"-Sport Gala am 25. November im Linzer Design Center.
Günther Sigl: Wir auch. Vielleicht bleibt mir sogar Zeit, meine Verwandten in Linz zu besuchen, ich habe nämlich durch meine Mutter  österreichische Wurzeln.

Andi Schwantner, Kronen Zeitung

Hier gibt´s alle Ticket- und Programminfos zur "Krone"-Sport Gala am 25. November im Linzer Design Center.

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