Sa, 18. November 2017

Schlecht informiert

09.11.2017 13:57

Österreicher erkennen Abofallen oftmals nicht

Konsumenten sind im Internet zunehmend aggressiver und irreführender Werbung ausgesetzt. Zu den am häufigsten von Abofallen betroffenen Ländern gehört neben Schweden, Norwegen, Finnland, Niederlanden und Belgien auch Österreich, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Österreich. Gleichzeitig seien die Österreicher, Belgier und Schweden vergleichsweise schlecht über ihre Rechte informiert.

Vorwiegend in sozialen Medien oder als Pop-up-Werbung tauchen als gratis beworbene Angebote auf. Sie sollen zu Impulskäufen verleiten. Wurde der Konsument vor dem Kauf allerdings nicht explizit auf mögliche Kosten bzw. eine langfristige Bindung hingewiesen, ist der Vertrag mitunter nichtig. Dann sei es wichtig, aktiv zu protestieren, so die Konsumentenschützer.

Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man Online-Fallen erkennen können und um seine Rechte wissen. Eine Studie des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren - in Österreich wurden dafür rund 1000 Personen online befragt - fördert jedoch Wissenslücken zutage.

So ist Konsumenten oftmals etwa gar nicht klar, dass es ein Rücktrittsrecht - bei Käufen innerhalb der EU, Norwegen und Island mit 14-Tage-Frist - gibt sowie die Möglichkeit, ihren Kreditkartenanbieter um eine Rückbuchung des gezahlten Betrages (Chargeback) zu bitten. Die Befragten in Österreich, Belgien und Schweden wiesen das geringste Wissen über solche Konsumentenrechte auf: Nur einer von zehn sei gut informiert. Am besten Bescheid wissen laut der Umfrage Finnen und Norweger.

Im Schnitt haben die Opfer von unseriösen Internetangeboten 116 Euro in den vergangenen drei Jahren für solche "Zu gut, um wahr zu sein"-Fallen versenkt, für Österreich kam die Studie auf durchschnittlich 154 Euro. Zehn Prozent der befragten Österreicher hatten bereits solche Produkte oder Dienstleistungen geordert. Besonders anfällig dafür sind laut der Studie Männer im Alter von 30 bis 49 Jahren. Am häufigsten wurden auf diesem Weg Diäterzeugnisse, Antiviren-Produkte und Kosmetik bestellt.

Viele Betroffene zahlen
Nachdem sie in die Falle getappt waren, legten 36 Prozent der betroffenen Österreicher Protest bei der abzockenden Firma ein, 33 Prozent versuchten, das Abo zu stornieren. Nur zwölf Prozent informierten ihre Bank bzw. ihr Kreditkartenunternehmen wegen einer Rückbuchung. 24 Prozent der Befragten kannten diese Möglichkeit laut Umfrage nicht, 42 Prozent waren unsicher, ob ihnen diese Option zusteht. 22 Prozent der Opfer sagten nur: "Ich habe gezahlt."

Tipps gegen Abofallen
Die Konsumentenschützer raten Nutzern daher, vor der Eingabe persönlicher Daten zu prüfen, ob sie dadurch einem Kauf oder einem Abo zustimmen. Bei der Bestellung einer Produktprobe müsse klar sein, ob damit eine vertragliche Bindung einhergeht. "Sie müssen nicht für ein Produkt zahlen oder dieses zurückschicken, wenn Sie es nicht bestellt haben. Der Händler muss beweisen können, dass Sie dem Kauf zugestimmt haben", so das Europäische Verbraucherzentrum Österreich. Bei unzulässigen Abbuchungen vom Konto bzw. der Kreditkarte sollte die Bank informiert und um eine Rückbuchung gebeten werden.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden