So, 19. November 2017

15.11.2017 10:15

Straßenmusiker

Klassische Musik mit Geigen, Rockstars, Singer-Songwriter, Rapper - auf der Straße sind alle Musikrichtungen zu Hause. Schlendert man durch Fußgängerzonen sieht man schon einmal eine kleine oder große Menschentraube, die gebannt den Melodien lauscht. Straßenmusik ist wichtig, belebt Plätze und sorgt für gute Laune. City4U hat sich mit einigen Musikern unterhalten, die nicht nur in den Fußgängerzonen für Furore sorgen.

Was ist das für ein Gefühl mitten in der U-Bahnstation oder auf der Straße stehen zu bleiben, sein Instrument auszupacken und einfach loszuspielen? Ein Gefühl von Freiheit? Scham? Wut und Enttäuschung, wenn niemand stehen bleibt oder einen Euro der Anerkennung spendet? Wird man auch einmal beschimpft oder beleidigt? Einige der Fragen, die City4U den Straßenmusikern gestellt hat.

#Die U-Bahn-Stars

Straßenmusiker sieht man an vielen Plätzen in den Fußgängerzonen. Durch die Aktion "U-Bahn-Stars" der Wiener Linien haben Künstler jeden Tag die Möglichkeit an den großen Stationen der öffentlichen Verkehrsmittel ihre musikalischen Darbietungen zu zeigen. Am Westbahnhof, Praterstern und Karlsplatz wechseln sich die Soloartists und Bands zwischen 15 bis 23 Uhr alle eineinhalb Stunden ab. Eine kleine Gebühr muss entrichtet werden, aber die eigene Bekanntheit wird gesteigert.

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#Die Leute sind spendabel

Die Gebühr zahlt sich immerhin auch aus. Zumindest wenn man gut ist. "Die Leute sind sehr spendabel. Natürlich kommt es auch drauf an wie gut man ist und damit meine ich nicht mein Drei-Akkord-Gitarrenspiel, sondern wie authentisch man ist und ob es den Leuten gefällt", sagt der Frontman der Wienerlied-Combo daWeana im Gespräch mit City4U, die bereits einen ziemlichen Bekanntheitsgrad erreicht hat - inklusive einem Auftritt auf dem Donauinselfest.

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#Swager-Tussi bis Bauhackler

Sänger Werner kennt also die Unterschiede zwischen einer Bühne und dem Musizieren auf der Straße: "Das sind zwei verschiedene Welten. Auf der Straße erreichst du das ganz normale Fußvolk, die vielleicht gerade von der Arbeit kommen. Hier kommt alles zusammen, jede Schicht - von der Swager-Tussi bis zum Bauhackler. Der Kontakt zwischen dem Publikum und dem Musiker ist viel enger, intensiver, ehrlicher, authentischer. Da passiert schon öfter was, nicht immer nur Gutes. Aber das ist ja das Schöne daran."

#Wenn der Hut leer bleibt

Aber was ist, wenn niemand stehen bleibt und lauscht, keiner auch nur ein paar Cent in den offenen Gitarrenkoffer oder den Hut werfen will? Ist man nicht wütend oder zumindest enttäuscht? "Nein. Manche Lieder funktionieren auf der Straße besser als im Beisl. Man muss sich auf die Umgebung und Leute einstellen können. Spontanität ist wichtig", weiß Werner aus Erfahrung.

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#Verordnungen, die das Leben schwer machen

Mit der Wiener Linien-Aktion wird den Artisten nun wieder entgegengekommen. Im Juni 2012 trat die neue Straßenkunstverordnung in Kraft, die genau definiert und kategorisiert wo man in Wien auftreten darf. Für die meisten lukrativen Plätze benötigt man seitdem Platzkarten, welche persönlich beim Magistrat abgeholt werden müssen und mehr als sechs Euro kosten. Aus den Orten, an denen die Straßenkünstler dann auftreten dürfen, wird per Zufallsprinzip gelost und auch die Zeit ist begrenzt. Das hat das Leben der Musiker nicht gerade erleichtert.

November 2017

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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