Mo, 11. Dezember 2017

Intelligente Haut

09.11.2017 09:22

Steirer machen Leder fürs autonome Auto smart

Alles wird smart - selbst Leder: Die steirische Wollsdorf Leder arbeitet seit einigen Monaten zusammen mit dem Joanneum Research und steirischen Hochschulen an der Zukunft der Leder-Weiterverarbeitung. Das sogenannte Smart Leather Services Projekt beschäftigt sich vor allem mit dem künftigen Einsatz von Leder in autonom fahrenden Autos und Elektro-Fahrzeugen. In beiden Fällen gilt es neue Anforderungen zu erfüllen.

Autos mit Fahrassistenz sollen in Zukunft noch besser erkennen, "ob der Lenker da ist", erläutert Wollsdorf-Leder-Geschäftsführer Andreas Kindermann. Dazu will das Unternehmen Sensoren in seine Produkte - vor allem ins Lenkrad - einbauen. Auch Schaltelemente werden künftig direkt im Leder zu finden sein: Die nur etwa 0,05 Millimeter starken Schalter sollen in der obersten Lederschicht eingebaut werden: "Da bewegen wir uns im Bereich der Fein-Technologie", denn Leder an sich ist nur 1,2 bis 1,4 Millimeter stark.

Neue Herausforderungen
Mit dem Einzug der Elektro-Mobilität ergeben sich in Autos, die in kälteren Erdteilen benutzt werden, ganz neue Herausforderungen. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren dient die Kühlflüssigkeit des Motorblocks im Winter für die Heizung. Bei Elektro-Autos muss die Heizung von der Batterie übernommen werden, was zusätzlichen Energieverbrauch bedeutet. Um diesen möglichst gering zu halten, muss die Heizung effizienter werden. Leder soll deshalb künftig noch mehr durch Strahlungswärme das Fahrzeuginnere beheizen.

Schon bisher gab es etwa Heizungen für Lederlenkräder, doch diese sind unter dem Leder verbaut und müssen erst einmal das isolierend wirkende Leder durchdringen, um ihre Wirkung zu entfalten. Künftig will Wollsdorf Leder die Heizung in der obersten etwa 0,1 Millimeter starken Lederschicht einarbeiten. Erste Prototypen wurden bereits hergestellt und patentrechtlich geschützt. Ziel sei es, die Technologie in ein bis zwei Jahren zur Serienreife zu bringen, damit sie in etwa drei Jahren in Autos verbaut werden kann - dann aber nicht nur in Lenkrädern, sondern auch in anderen Interieur-Bereichen und Verkleidungen. "Wir führen das Leder damit in eine zusätzliche Dimension", so Kindermann.

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Redaktion
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