Fr, 24. November 2017

Drama in Houston

07.11.2017 18:51

Martial-Arts-Star erlitt Herzstillstand bei Kampf

MMA-Sportler Clovis Hancock erlitt bei einem Käfigkampf in Houston einen Herzstillstand und gleichzeitig ein Nierenversagen. Sanitäter konnten ihn zum Glück wiederbeleben.

Am Wochenende fand im Arena Theatre von Houston wohl der letzte Fight des Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Clovis Hancock statt. Der 32-jährige US-Amerikaner trat im Vorkampf des MMA-Events gegen Charlie Ontiveros an. Der Kampf war gerade zwölf Minuten alt, als Hancock nach einem Tritt von Ontiveros zu Boden ging und sofort kollabierte. Sanitäter eilten in den Käfig und begannen sofort mit der Wiederbelebung des 32-Jährigen. Sie schafften es, das Leben des MMA-Sportlers zu retten, anschließend wurde der Texaner ins Krankenhaus eingeliefert.

"Ich bin heute Nacht im Käfig gestorben", schrieb Hancock auf seiner Facebook-Seite. "Mein Herz hat aufgehört zu schlagen und ich erlitt ein Nierenversagen. Sie haben eine Wiederbelebung durchgeführt und zwei Mal den Defibrillator genutzt. So haben sie mich zurückgebracht. Die Ärzte sagen, ich soll nie wieder kämpfen." 24 Stunden nach dem Vorfall am Freitag konnte Hancock das Krankenhaus wieder verlassen.

Ärztlicher Rat war aber schon einmal vergeblich beim starrköpfigen US-Amerikaner. Seine Nieren versagten, weil er innerhalb von 48 Stunden sieben Kilo abnahm, damit er in der 77-kg-Kategorie antreten konnte, obwohl ihn die Ärzte davon abrieten. "Ich hatte einen heftigen Weightcut. Der Arzt meinte, ich sollte nicht mehr kämpfen. Ich bin erledigt."

Weightcut ist eine umstrittene Methode, gemeint ist damit ein extremer Gewichtsverlust innerhalb von wenigen Tagen, der auch in anderen Kampfsportarten wie Boxen oder Ringen weitverbreitet ist. Angewendet werden dazu ohne ärztliche Aufsicht extreme Saunagänge, Salzbäder und Training in Schwitzanzügen.

Die MMA beklagte in den letzten Jahren Todesfälle, die von Ärzten auf die übertriebene Gewichtsreduktion zurückgeführt werden. 2013 kollabierte der Brasilianer Leandro Souza 24 Stunden vor seinem geplanten Kampf und starb, nachdem er über Tage versucht haben soll, 20 Prozent seines Körpergewichts zu verlieren. Auch der Weightcut des chinesischen Kämpfers Yang Jian Bing endete tödlich.

Hancock kam mit einem blauen Auge davon. Auf seiner Facebook-Seite beteuerte er, dass er seit dem Kampf am Freitag innerhalb von 48 Stunden 16 Kilo (!) zunahm: "Nach acht Einheiten Kochsalzlösung bin ich zurück auf 93 Kilogramm. Ich fühle mich viel besser und bin gerade vom Krankenhaus nach Hause gekommen."

Das Karriereende des MMA-Kämpfers ist nah: "Ich vermute, ich werde von nun an nur noch als Coach tätig sein", schreibt Hancock traurig an seine Fans.

krone Sport
Redaktion
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