Do, 23. November 2017

Verbrechen

06.11.2017 10:07

Mordverdacht: Bauer drohen 10 Jahre

Das Landesgericht Salzburg hat jetzt die Untersuchungshaft über den Landwirt Hannes W. (44), der im Verdacht steht, seine Mutter auf dem gemeinsamen Hof in Bischofshofen-Kreuzberg erschossen zu haben, verhängt. Die Polizei ermittelt nun im engeren Umfeld. Vorerst scheint es, dass der Mann psychische Probleme hatte. Möglicherweise war er auch mit der Landwirtschaft überfordert.

Das Drama auf dem Hintermoosgut hatte an Allerheiligen seinen Lauf genommen. Hannes W. dürfte seine Mutter Theresia (78) mit einer doppelläufigen Schrotflinte im Stall erschossen haben. Den Leichnam entsorgte er in der Jauchegrube.

Seine Schwester (52) schlug Alarm, weil sie die Mutter verzweifelt gesucht hatte. Die Einsatzkräfte starteten eine große Suchaktion im Nahbereich des Hintermoosguts. Als es bereits dunkel wurde, gab Hannes W. den Mord zu und nannte das Versteck der Leiche.

Die Feuerwehr pumpte die Jauche mit Hilfe von benachbarten Landwirten und deren zur Verfügung gestellten Güllefässern aus. Die Leiche wurde auch tatsächlich in der Grube gefunden.

War der Landwirt zurechnungsfähig?
Nun wird im Umfeld des Verdächtigen, über den mittlerweile die U-Haft verhängt wurde, ermittelt. Denn der Mann gab an, seine Mutter sei vor knapp zehn Jahren von Unbekannten "ausgetauscht" worden. Er wollte die betagte Frau von ihrem "Leiden" erlösen. Fakt ist: Die Frau war gesund und es handelt sich auch um Theresia W.

Offenbar scheint eine psychische Erkrankung von Hannes W. im Spiel zu sein. Das war im näheren Umkreis bekannt. Die Geschwister unterstützen Hannes W., so dass er auch den Hof selbst bewirtschaften konnte. Das LKA will dem nachgehen. Denn wenn W. nicht zurechnungsfähig war, könnte ihm eine Haftstrafe erspart bleiben, stattdessen müsste er in eine Anstalt. In Bischofshofen heißt es, dass es der Verdächtige nie leicht im Leben hatte. Als er 23 Jahre alt war, starb der Vater. Hannes W. musste den Hof übernehmen und für seine Mutter sorgen. Auch eine Familientragödie überschattete sein Leben.

Der Leichnam von Theresia W. wird am Montag obduziert. Dabei soll geklärt werden ob die sichergestellte Flinte das Tatwerkzeug ist. Die nächste Haftprüfungsverhandlung für Hannes W. wird am 20. November stattfinden.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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