Mo, 23. April 2018

Anschlag geplant

04.11.2017 11:19

D: Syrer bestellte Bombenmaterial bei Amazon

Der wegen mutmaßlicher Anschlagspläne im norddeutschen Schwerin festgenommene Syrer Yamen A. hat einem "Spiegel"-Bericht zufolge Materialien zum Bombenbau über die Internetplattform Amazon gekauft. Nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins soll der 19-Jährige auf Amazon seit Sommer Chemikalien geordert haben, die für die Herstellung des Sprengstoffs TATP geeignet sind.

A. war am Dienstag von Spezialeinheiten festgenommen worden. Laut deutscher Bundesanwaltschaft fasste er spätestens im Juli den Entschluss, "in Deutschland inmitten einer größeren Menschenansammlung einen Sprengsatz zu zünden und dadurch eine möglichst große Anzahl von Personen zu töten und zu verletzen". Ein konkretes Anschlagsziel hatte er aber offenbar noch nicht ins Auge gefasst.

Islamisten bestellten bereits mehrfach über Amazon Bombenmaterial
Dem "Spiegel"-Bericht zufolge beschafften sich Islamisten bereits mehrfach über Amazon Materialien für den Bombenbau. So hätten die jungen Männer, die im April 2016 einen Sprengsatz an einem Sikh-Tempel im nordrhein-westfälischen Essen zündeten, auf diese Weise kiloweise Chemikalien und Zünder geordert. Auch der Islamist Jaber Al-Bakr, der mutmaßlich einen Anschlag auf den Berliner Flughafen Tegel plante und sich im Oktober 2016 in einem Gefängnis in Leipzig erhängte, hatte demnach die Bestandteile für einen TATP-Sprengsatz größtenteils über die Plattform erworben.

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind laut "Spiegel" über diese Entwicklung alarmiert. Erschrocken seien Beamte auch deshalb, weil die Amazon-Algorithmen potenziellen Attentätern offenbar automatisch weitere gefährliche Zutaten vorschlagen. Zudem könnten Händler, die über die Internetplattform Geschäfte abwickeln, möglicherweise Beschränkungen zum Verkauf bestimmter Chemikalien unterlaufen.

Amazon unterstützt Polizei bei Ermittlungen
Amazon teilte dem "Spiegel" mit, dass das Unternehmen mit der Polizei zusammenarbeite, um sie bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Zudem würden "im Rahmen der jüngsten Ereignisse" Änderungen an der Internetseite vorgenommen, "um sicherzustellen, dass Produkte in geeigneter Weise präsentiert werden". Verbotene Waren würden von Amazon nicht verkauft.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zweite deutsche Liga
Nürnberg nach 3:1-Sieg in Kiel nahe am Aufstieg
Fußball International
Neuer Chef für Lindner
Ex-Austria-Trainer Fink neuer Grasshoppers-Coach
Fußball International
30. Erste-Liga-Runde
Ried „wurschtelt“ sich beim FAC zu 4:2-Sieg
Fußball National
Insgesamt 60.000 Euro
Geldstrafen für Austria & Rapid nach Derby-Skandal
Fußball National
In Griechenland
Dank PAOKs „Revolver-Boss“ ist AEK jetzt Meister!
Fußball International
Die „Ausleihe-Bullen“
Würde selbst RB Salzburg II die Bundesliga rocken?
Fußball National

Für den Newsletter anmelden