Di, 21. November 2017

Beging Fahnenflucht

03.11.2017 22:33

Ex-Taliban-Geisel muss nicht in Haft, Trump tobt

Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der 2014 nach fünfjähriger Geiselhaft in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, muss nicht ins Gefängnis. Das entschied ein Militärrichter in Fort Bragg am Freitag. Der Richter ordnete aber die unehrenhaften Entlassung des 31-Jährigen aus dem Militär an und stufte seinen Rang herunter. Bergdahl muss zudem zehn Monate lang eine Geldstrafe von 1000 US-Dollar (rund 860 Euro) zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Haftstrafe von 14 Jahren ausgesprochen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Urteil als "totale Schande für unser Land und unser Militär".

Bergdahl hatte sich in dem Verfahren der Fahnenflucht und des Fehlverhaltens vor dem Feind schuldig bekannt. Ihm wurde vorgeworfen, andere Soldaten in Gefahr gebracht zu haben, indem er sich Ende Juni 2009 unerlaubt von einem Stützpunkt in der afghanischen Provinz Paktika entfernte. Stunden später wurde er von Taliban-Kämpfern gefangen genommen. Mit ihnen verbündete Aufständische hielten ihn fünf Jahre lang in Pakistan fest.

Bergdahl für Trump ein "mieser Verräter"
Unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wurde Bergdahl im Mai 2014 im Austausch gegen fünf in Guantanamo Bay gefangene Taliban freigelassen - ein stark umstrittener Handel. So hatte auch Trump Bergdahl während des Präsidentschaftswahlkampfs im Vorjahr mehrfach als "miesen Verräter" gebrandmarkt.

Diese Äußerungen betrachteten nicht nur die Anwälte Bergdahls, sondern auch der zuständige Richter als durchaus problematisch. In einem Eilantrag während des Verfahrens argumentierte die Verteidigung, dass die Worte des Präsidenten Einfluss auf das Militärverfahren haben könnten, weil dieser gleichzeitig der Oberbefehlshaber der Streitkräfte sei. Richter Jeffrey Nance versicherte aber stets, dass die Kommentare Trumps auf Twitter und in den Medien keinen Einfluss auf sein Urteil hätten.

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