Di, 21. November 2017

Kleinstes seit 1988

05.11.2017 07:02

Ozonloch über der Antarktis heuer auffallend klein

Das Ozonloch über der Antarktis ist heuer auffallend klein. Seine maximale Ausdehnung erreichte es mit knapp 19,7 Millionen Quadratkilometern am 11. September dieses Jahres, berichtet die US-Raumfahrtbehörde NASA auf ihrer Website. Das sei das zweitkleinste Ozonloch seit 1988, so die Wissenschaftler. Zum Vergleich: Der Rekordwert vom September 2000 lag noch bei knapp 30 Millionen Quadratkilometer.

"Das arktische Ozonloch war heuer außergewöhnlich schwach ausgeprägt", wird Paul A. Newman vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt (Maryland) auf der NASA-Website zitiert. Die Erholung zeigt sich demnach auch in der Dicke der Ozonschicht - die aktuell niedrigsten Ozonwerte liegen über den Werten der vergangenen 30 Jahre.

Mit ein Grund für das diesjährige kleinere Ozonloch ist, dass die heutigen Chlorkonzentrationen - unter anderem aus Flurchlorkohlenwasserstoff (FCKW) - in der Stratosphäre deutlich geringer sind als noch zum Ende des letzten Jahrhunderts und daher Ozon nicht mehr so stark zerstören können. Aktuelle Messungen zeigen rund 15 Prozent geringere Chlorkonzentrationen als noch im Jahr 2000.

Ozonloch scheint sich langsam zu schließen
Überhaupt scheint sich das Ozonloch langsam zu schließen. Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot der ozonzerstörenden Chemikalien gebe es Hinweise darauf, dass ein Regenerationsprozess eingesetzt hat und sich die Ozonschicht stabilisiere, berichteten im Vorjahr Forscher aus Großbritannien und den USA im Fachjournal "Science".

Ihren Angaben zufolge ist das September-Ozonloch zwischen 2000 und 2015 um mehr als vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft - das ist immerhin eine Fläche größer als Indien. Der Tag, an dem eine bestimmte Größe des Ozonlochs überschritten wird, verschiebe sich Jahr für Jahr weiter nach hinten, schrieben die Forscher. Mit einer vollständigen Schließung des Ozonlochs rechnen Experten aufgrund der langen Lebensdauer der ozonschädigenden Substanzen aber erst etwa Mitte des 21. Jahrhunderts.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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