Do, 23. November 2017

Thema Erziehung

02.11.2017 11:15

Wie können Kinder lernen allein zu spielen?

Immer wieder beklagen sich Eltern, dass sich ihr Spross nicht einmal fünf Minuten lang allein beschäftigen kann. Woran das liegen könnte.

Babys sind bereits in der Lage, sich rund zehn Minuten auf etwas Interessantes zu konzentrieren. Vertieft in ihr Spiel, greifen Sie nach Stofftieren oder fixieren mit ihren Augen Mobiles. Im zweiten Lebensjahr schaffen manche bereits 30 Minuten konzentriertes Spiel. An manchen Tagen klappt es besser, an anderen schlechter. Das ist völlig normal. Wenn sich der Sprössling dauerhaft kaum allein beschäftigen kann, stecken dahinter laut Psychologen Trennungsängste oder auch Konzentrationsstörungen.

Feste Strukturen untertags geben Sicherheit und Orientierung. So kann sich der Dreikäsehoch auf gemeinsame Spielzeiten, aber auch Zeiten, in denen er auch einmal alleine spielt (etwa während Mutter und Vater kochen), einstellen.

Neues ausprobieren
Gerade kleinere Kinder brauchen noch Anregungen und Anleitungen. Zeigen Sie dem Nachwuchs, wie man Klötze zu einem Turm baut, und motivieren Sie ihn, es Ihnen nachzumachen.

Stören Sie Ihr Kind nach Möglichkeit nicht, wenn es vertieft ist. Und mischen Sie sich nicht mit Spielvorschlägen ein - außer nach Aufforderung. Im Spiel ohne Partner findet es ganz ohne Zwang zu mehr Selbstständigkeit. Je kleiner ein Kind ist, umso mehr braucht es die Nähe von den Eltern, um beruhigt spielen zu können.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Meine Schwiegermutter ist vor Kurzem verstorben. Meine Frau will unsere Tochter (4) unbedingt zu Allerheiligen auf den Friedhof mitnehmen. Ich befürchte, dass das für unsere Kleine zu viel ist.

Prinzipiell spricht nichts dagegen, Ihre Tochter auf den Friedhof mitzunehmen. Gemeinsam eine Kerze anzünden, ein Gesteck zum Grab bringen und kurz ein paar liebe Worte zur Oma schicken - das alles kann Kindern helfen, mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen. Es ist wichtig, Kindern immer wieder die Gelegenheit zum Trauern zu geben und ihnen auch Möglichkeiten zu zeigen, diese auszudrücken. Vielleicht möchte Ihre Tochter noch ein Bild für die Oma malen? Es ist völlig in Ordnung, wenn auch Erwachsene traurig sind und Tränen fließen. Sollten Sie jedoch befürchten, dass Ihre Frau am Grab von ihren Gefühlen übermannt und überfordert werden könnte, wäre es womöglich besser, Ihre Tochter nicht mitzubringen. Denn genauso wie Ihre Frau dann wohl Trost von Ihnen benötigt, braucht Ihre Tochter eine Bezugsperson, die ihr dann Halt gibt. Wiegen Sie ab, was diesmal für Sie alle am besten passt. Vielleicht ist es entspannter, erst in ein paar Wochen als Familie gemeinsam das Grab zu besuchen.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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