So, 20. Mai 2018

krone.at-Test

05.11.2017 05:59

Hilfe am Handgelenk: SOS-Uhr schlägt Alarm

Im Notfall zählt oft jede Sekunde. Der österreichische Diskonter Hofer bietet daher ab kommenden Montag eine SOS-Uhr an, die es ihrem Träger ermöglicht, in Sekundenschnelle einen Alarm auszulösen. krone.at hat die Sicherheitsuhr getestet.

Die SOS-Uhr verbindet sich dazu via Bluetooth mit dem Smartphone bzw. der dazugehörigen App. Beim erstmaligen Öffnen der Anwendung können bis zu drei Kontakte angegeben werden, die dann im Notfall kontaktiert werden. Ausgelöst wird dieser durch gleichzeitiges Drücken zweier Tasten auf der 2- und 8-Uhr-Position.

Uhr und Smartphone beginnen daraufhin lautstark zu piepen bzw. zu schrillen. Zugleich werden nacheinander die angegebenen Kontakte über den Notfall informiert - per Anruf mittels vordefinierter Sprachnachricht sowie per SMS, in welcher der aktuelle Standort des Nutzers - als Link zu Google Maps - vermerkt ist. Die Sprachnachricht kann neben Deutsch auch auf Englisch, Französisch oder Italienisch übermittelt werden.

Schwachpunkt Smartphone
In der Praxis funktioniert das tadellos. Dennoch hat das System zwei entscheidende Schwachpunkte, nämlich die zwingende Verfügbarkeit des Smartphones bzw. Funk-Verbindung zur Uhr. Ist der Akku leer oder Bluetooth inaktiv, kann auch kein Notruf abgesetzt werden. Hier sind entsprechende Uhren mit integrierter SIM-Karte eindeutig im Vorteil.

Als weiteres Manko könnte sich erweisen, das pro Jahr nur sechs Alarme zur Verfügung stehen. Sind alle drei Notrufkontakte aktiviert, werden auch drei Notrufe vom Kontingent abgezogen. Um dieses zu erschöpfen, genügen also de facto bereits zwei Notfälle pro Jahr. Weitere Notrufe müssen dann - kostenpflichtig - über den Webshop des Importeurs (Krippl Watches) gekauft werden. Drei neue Notrufe gibt es um drei, sechs Notrufe um fünf Euro.

"Kein Notruf mehr vorhanden"
Immerhin: Über die App kann die Alarmfunktion unabhängig vom tatsächlichen Notrufkontingent beliebig oft getestet werden. Die Anwendung informiert zudem über den Batteriestand der mit zwei Knopfzellen betriebenen SOS-Uhr. Eher unpraktisch ist hingegen, dass sämtliche Notrufkontakte, also deren Namen und Telefonnummern, händisch eingetragen werden müssen. Eine entsprechende Importfunktion über das Telefonbuch des Smartphones wäre wünschenswert gewesen.

Design und Verarbeitung der wahlweise in dunkelblau, schwarz und weiß erhältlichen Uhr, auf die der Diskonter drei Jahre Garantie gibt, sind eher schlicht - was angesichts des günstigen Preis von rund 40 Euro allerdings auch nicht überrascht. Ihren Zweck erfüllt die SOS-Uhr aber allemal, insbesondere ältere Menschen dürften jedoch bei einem Modell mit integrierter SIM und größerem Ziffernblatt bzw. ablesbarer Digitalanzeige besser aufgehoben sein.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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