Mo, 20. November 2017

Salzburger Flugdrama

31.10.2017 06:05

Passagier: „Ich dachte, jetzt fliegen die Funken“

Für internationales Aufsehen sorgen spektakuläre Videoaufnahmen von einer Boeing 737 am Salzburger Flughafen, die am Sonntag durch Windböen in Turbulenzen geraten ist. Einer der Passagiere berichtet der "Krone", wie angespannt die Stimmung an Bord war: "Ich dachte, jetzt fliegen gleich die Funken."

Weltweit wurde ein Video, das der Kameramann Michael Hufnagl während des Sturms "Herwart" mit seinem Handy gedreht hat, tausendfach im Internet geklickt und geteilt: Darauf zu sehen ist eine Boeing 737, die beim Landeanflug in Salzburg von einer Sturmböe erfasst wird, sodass die rechte Tragflächen fast den Boden berührt. Der Pilot bricht daraufhin ab, startet erneut durch und fliegt zurück nach Frankfurt.

"Das war einer der heftigsten Flüge, die ich je erlebt habe"
An Bord der Chartermaschine der polnischen Fluglinie "Enter Air" war auch der Deutsche Manfred Ortel aus Mönchengladbach. Er war zusammen mit rund 80 Kollegen, allesamt Mitarbeiter eines Automobilkonzerns, am Weg nach Salzburg zu einer zweitägigen Neuwagen-Schulung. Bereits in der Luft ahnte er, dass es zu Problemen kommen wird: "Das war einer der heftigsten Flüge, die ich je erlebt habe. Wir wurden alle durchgeschüttelt", schildert er der "Krone".

Aus dem Inneren des Flugzeuges sah das Manöver so aus:

Bevor der Pilot zur Landung angesetzt hat, sei er in der Luft bereits mehrere Runden um den Flughafen gekreist. "Alle waren angespannt und haben gehofft, dass das gut ausgeht."

"Großes Kompliment an den Piloten"
Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, wie sich beim Landeanflug plötzlich eine der Tragfläche hebt: "Da habe ich damit gerechnet, dass jetzt Funken fliegen, weil die andere gleich den Boden berührt." Danach hörte er einen lauten Schlag vom Aufprall des Fahrwerks und spürte, wie der Pilot die Maschine wieder nach oben zog. Da sei er erleichtert gewesen. Trotzdem: "Bis Frankfurt hat keiner mehr gelächelt. Es war beängstigend ruhig." Zurück in Deutschland sei die Landung dann extrem vorsichtig erfolgt. Die Schulung wurde nach dem Vorfall abgesagt. Ortel zur "Krone": "Ein großes Kompliment an den Piloten, der geistesgegenwärtig reagiert hat."

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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