Sa, 18. November 2017

Klare Entscheidung

30.10.2017 19:20

ÖFB-Boss Windtner: „Foda ist akribischer Arbeiter“

Endlich hatte das lange Warten ein Ende - am Montag wurde offiziell gemacht, wer als neuer ÖFB-Teamchef künftig für die rot-weiß-rote Fußball-Nationalmannschaft verantwortlich zeichnen wird. Bis zuletzt war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sturm-Graz-Coach Franco Foda und dem österreichischen Rekord-Internationalen Andreas Herzog kolportiert. Letztlich fiel die Entscheidung der ÖFB-Granden um Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Peter Schöttel auf den 51-jährigen Foda.

Windtner zeigte sich mit der Verpflichtung des ersten deutschen ÖFB-Teamchefs in der Geschichte hochzufrieden. In die Endauswahl hätten es auch Ex-US-Teamchefassistent Andreas Herzog und Austria-Coach Thorsten Fink geschafft, am Ende aber machte Foda das Rennen. Windtner schlug den 51-Jährigen daher seinen Präsidiumskollegen vor. "Wir haben aus einer Reihe von verfügbaren Kandidaten den unserer Meinung nach absolut Besten ausgewählt", erklärte der Oberösterreicher. "Diese Wahl ist ganz sicher eine gute." Der ÖFB-Präsident glaubt an eine erfolgreiche Zukunft mit Foda. "Wir haben ein gutes Setup für das Nationalteam geschaffen", sagte Windtner und lobte den Nachfolger von Marcel Koller. "Er bringt gute Voraussetzungen mit, kennt den österreichischen Fußball als Spieler und Coach, versteht es, mit kleinen Strukturen zu arbeiten und ist ein akribischer Arbeiter."

Ganz oben im VIDEO sehen Sie, was "Krone"-Experte Peter Klöbl zur Entscheidung pro Foda zu sagen hat!

Laut Windtner ist Teamkapitän Julian Baumgartlinger mit der Bestellung Fodas "mehr als zufrieden". Dass der Verbandschef sein Vorschlagsrecht für den Sturm-Betreuer einsetzte, sei eine Entscheidung gewesen, "die nicht immer rational fällt". Über die Ablösemodalitäten mit Sturm - kolportiert wird eine sechsstellige Summe - machte Windtner keine Angaben, betonte aber, dass der neue Teamchef deutlich billiger als sein Vorgänger sei. "Foda ist signifikant günstiger als Koller." Bei aller Freude über eine Kostenersparnis wurde allerdings auch der Eindruck vermittelt, dass Foda möglicherweise nicht Wunschkandidat Nummer eins war. Der mit dem 1. FC Köln in Bedrängnis geratene Peter Stöger hatte erst am Sonntag "schweren Herzens" abgesagt, so Windtner.

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bezeichnete die Gespräche mit Stöger als "Hängepartie. Wir haben fast täglich miteinander telefoniert. Es war uns wichtig, für den Fall, dass etwas passiert, gewappnet zu sein." Auch Young-Boys-Bern-Trainer Adi Hütter sei kontaktiert worden, wobei es zunächst vielversprechende Verhandlungen gegeben habe. "Aber schlussendlich sind wir übereingekommen, dass es jetzt nicht passt", meinte Schöttel und erzählte auch noch von weiteren Kandidaten. Bei Ex-Schalke-Trainer Markus Weinzierl habe es Probleme mit der Abfindung bei den "Königsblauen" gegeben, auch der frühere Anderlecht-Meistermacher Rene Weiler aus der Schweiz sei "sehr interessant" gewesen. "Aber er hat abgesagt, weil er sich mit 42 Jahren noch als Vereinstrainer sieht." Einen Korb holte sich der ÖFB auch bei Eintracht-Frankfurt-Betreuer Niko Kovac.

Schöttel hätte es Fink und Herzog ebenfalls "hundertprozentig zugetraut", die Nationalmannschaft zu übernehmen. "Herzog ist als Persönlichkeit sehr gereift", berichtete der ÖFB-Sportdirektor. Die Verpflichtung von Foda ist für Schöttel "eine Entscheidung, die ich sehr gutheiße. Ich traue ihm zu, mit der Nationalmannschaft in Zukunft erfolgreich zu arbeiten." Der Wiener kennt den Deutschen aus gemeinsamen Trainer-Duellen in der Bundesliga. "Seine Mannschaften sind immer extrem gut organisiert. Er ist konsequent und geht beinhart seinen Weg." Zudem hob Schöttel Fodas zuletzt gezeigte taktische Flexibilität hervor. "Sturm ist nicht umsonst Tabellenführer", betonte der Ex-Rapidler.

Foda selbst blickt seinem neuen Job erwartungsfroh entgegen. "Für einen Trainer ist es eine große Ehre, als Teamchef für Österreich zu arbeiten. Ich freue mich auf die Aufgabe und die Spieler und bin der Überzeugung, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden", sagte der 51-Jährige. Foda wird seine Assistenten bei Sturm Graz, Thomas Kristl und Imre Szabics, zum ÖFB-Team mitnehmen. Detailliertere Auskunft über seinen künftigen Betreuerstab und seine Pläne bei der Nationalmannschaft wird der Deutsche auf einer Pressekonferenz am Dienstag um 12.30 Uhr in einem Wiener Innenstadt-Hotel geben.

Bis zu den ersten wirklich bedeutenden Länderspielen gibt es für Foda eine relativ lange Vorlaufphase. Ende März 2018 und Ende Mai/Anfang Juni 2018 dürften jeweils zwei Testpartien über die Bühne gehen, ehe die Gruppenphase der neu geschaffenen Nations League von September bis November 2018 ausgetragen wird. Die EM-Qualifikation beginnt erst im März 2019 und wird im darauffolgenden November abgeschlossen.

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