Sa, 16. Dezember 2017

Linzer zeigt auf

30.10.2017 16:37

"Pleiten"-Steuer wird zum Foul an den Lieferanten

"Untragbar", sagt Thomas Kurz und blättert in den Unterlagen, die vor ihm liegen. Was den Anwalt aufregt? Ein Erlass des Finanzministeriums in Bezug auf Firmenpleiten, der bei guten Quoten für die Gläubiger diese durch die Finger schauen lassen soll. Kurz sieht wie seine Masseverwalter-Kollegen Handlungsbedarf.

Gesetzes-Irrsinn, Behörden-Schikanen und absurde Vorschriften - darum dreht sich die Puls4-Fernseh-Sendung "Vurschrift ist Vurschrift". Auch der Erlass des Finanzministeriums in Bezug auf die Besteuerung des Ergebnisses, das von den Masseverwaltern erzielt wird, wäre wohl ein Fall dafür. So gilt seit etwa einem Jahr, dass bei Insolvenzen, bei denen eine Quote von über 20 Prozent für die Gläubiger erzielt wurde, dass zuerst das Finanzministerium zugreift. Durch die Finger würden vor allem die Lieferanten der in die Pleite gerutschten Unternehmen schauen.

"Übers Ziel hinausgeschossen"
Unter den heimischen Masseverwaltern wird heftig darüber diskutiert. "Da wurde übers Ziel hinausgeschossen", sagt Thomas Kurz, Anwalt der Linzer Kanzlei Haslinger-Nagele und Insolvenz-Experte. "Alle schreien nach Veränderung", sagt Kurz. Bislang passierte aber nichts, das Einschalten von Gerichten wird immer wieder thematisiert. Derzeit läuft es darauf hinaus, dass Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen werden, weil es keine zufriedenstellende Lösung gibt.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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