Di, 12. Dezember 2017

In Graz

30.10.2017 14:35

Neues Heim für kleine Tiere in Not gesucht

4870 Schützlinge wurden allein heuer gerettet, für viele Kinder ist es die erste Begegnung mit den Bewohnern des Waldes überhaupt, 10.000 Besucher "pilgern" jährlich hin - der Verein "Kleine Wildtiere in Not" ist zur Institution geworden. Jetzt aber muss er weg aus Graz-Mariatrost! Die gute Nachricht: Alle wollen helfen!

Monika Großmann und ihr Team leisten Arbeit, die man einfach nur als bewundernswert werten kann: Vom wenigen Deka schweren Eichhörnchen bis zum noch blinden Fuchsbaby über Eulen, verwaiste Rehkitze, Fledermäuse, winzige Hasenjunge oder Igel - alles, was Hilfe braucht, wird aufgepäppelt, versorgt, gerettet, dann wieder in die Natur entlassen. Was da so locker klingt, ist beinharte Arbeit, die den Helfern alles abverlangt, allein schon durch die viele Futterrunden stündlich, auch nachts.

Als der Verein vor neun Jahren in den idyllischen Leechwald gezogen ist, waren die Dimensionen noch nicht klar, die diese bemerkenswerte Institution innerhalb kurzer Zeit erreichen würde. "Wir bilden sieben Lehrlinge aus, arbeiten mit der Uni und mit Pro Mente zusammen, haben Schulklassen und Führungen hier", so Monika Großmann. Das geht am jetzigen Standort nicht mehr, allein die Zufahrten durch den Wald sind schon problematisch.

Großmann: "Wir haben jetzt von der Stadt erfahren, dass wir wegziehen müssen." Aber: "Gleichzeitig wurde uns fix zugesichert, dass man unsere Einrichtung als wertvoll erachtet und mit voller Kraft unterstützen wird! Dafür sind wir natürlich dankbar."

Stadt und Land versprechen Hilfe

Das bestätigt Tierschutzstadtrat Mario Eustacchio: "Wir bekennen uns ganz klar zu dieser einzigartigen Einrichtung und werden alle gemeinsam mithelfen, diese neu und nachhaltig aufzustellen. Wir haben dafür Bürgermeister Siegfried Nagl und auch Landesrat Anton Lang im Boot."

Großmann hofft, dass bald ein geeignetes Grundstück in Graz ("sonst fehlen uns einfach die Helfer") gefunden wird, "das Refugium für die Tiere ist, aber auch Ausflugsziel und Lehrstätte für die Menschen." Infos: www.wildtiere-in-not.at, AT472081503100610983.

Von: Christa und Eva Blümel

Kommentar:

Was einst ganz klein als idealistisches Hilfsprojekt für Tiere in Not angefangen hat, ist mit den Jahren zu einem regelrechten Zoo geworden. Monika Großmann wurde mit ihrem Verein zur Anlaufstelle für Tausende Grazer Tierfreunde. Sowohl die Stadt Graz, die das Grundstück in Mariatrost zur Verfügung gestellt hat, als auch Großmann wurden von dieser rasanten Entwicklung ein wenig überrollt.

Aber es geht hier nicht um Schuldzuweisungen! Alle Beteiligten, die Verantwortlichen in der Stadt und Großmann, haben sich redlich bemüht - das Ziel, das sie einte, war der Schutz der Tiere.

Klar ist: Der jetzige Standort des Vereins ist nicht mehr tragbar. Und das ist eine große Chance für einen Neustart, für eine ordentliche und nachhaltige Lösung zum Wohl Tausender Tiere, die hier Jahr für Jahr aufgepäppelt werden.

Klar ist auch, dass Monika Großmann die Kosten für den Umzug und die Adaptierung der neuen Räumlichkeiten nicht allein wird tragen können. Hier muss die Stadt helfen - Tierschutz geht schließlich alle an!

Und genau das will die Stadt Graz auch tun, wie der für den Tierschutz in Graz zuständige FP-Vize-Bürgermeister Mario Eustacchio sehr glaubhaft versichert. Einig ist sich Eustacchio da mit VP-Bürgermeister Siegfried Nagl.

Gemeinsam kann hier ein beispielhaftes Projekt gelingen - für die Tiere und für die Menschen. Großmanns Verein war ja auch ein Besuchermagnet; und soll es bleiben.

Von: Gerald Richter

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