Sa, 18. November 2017

Mitarbeiter gesucht

30.10.2017 12:15

„Gehen lieber putzen, als zur AfD zu wechseln“

Die Alternative für Deutschland, die bei der Bundestagswahl am 24. September mit 13 Prozent erstmals den Einzug geschafft hat, sucht händeringend nach Mitarbeitern für ihre 92 Abgeordneten. Die Suche gestaltet sich allerdings schwieriger als erhofft.

Durch den Einzug der AfD haben sowohl die Unionsparteien CDU und CSU als auch die SPD einige Abgeordnete im Bundestag verloren. 105 sind es insgesamt. Deren Mitarbeiter sind nun arbeitslos. Aufgrund ihrer Erfahrung wären sie natürlich geeignete Mitarbeiter für die neue Fraktion im Bundestag. Doch wie ein AfD-Mitarbeiter dem deutschen "Spiegel" erklärt, kommt das für die meisten nicht infrage: "Mir haben viele Ex-Kollegen gesagt, sie wollten eher putzen gehen, als zur AfD zu wechseln."

Abwerbungsversuche bei anderen Parteien
Da noch sehr viele Stellen zu besetzen sind - von mindestens 400 soll erst ein Bruchteil besetzt sein -, intensiviert die AfD die Suche. Hautpsächlich hält man Ausschau nach potentiellen Büroleitern und Referenten. Neben dem Schalten von Anzeigen und Durchforsten von Jobbörsen, hat man auch Berater zu Hilfe gerufen. Und noch eine weitere Methode wird von der neuen Fraktion angewendet: Mit Prämien und Gehältern von bis zu 8000 Euro monatlich soll versucht werden, erfahrene Mitarbeiter von anderen Fraktionen abzuwerben. Für Querelen in den eigenen Reihen sorgen Rekrutierungen der besten Mitarbeiter von AfD-Landtagsfraktionen.

"Den Wechsel schonend beibringen"
Der ehemalige CDU-Mitarbeiter erklärt dem "Spiegel" im Interview, er müsse seinen Freunden und Verwandten "den Wechsel noch schonend beibringen". Für ihn persönlich sei es allerdings kein Problem: "Die AfD vertritt Positionen, die ich schon vor 30 Jahren in Papiere für meine CDU-Abgeordneten geschrieben habe." Viele ehemalige Unionsmitarbeiter haben dennoch Bedenken, zu einer Partei zu wechseln, die ihre ehemaligen Vorgesetzten als "Volksverräter" bezeichnete und die Wähler dazu aufforderte, sich "ihr Land zurückzuholen".

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger
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