Mo, 20. November 2017

Hellbrunn

27.10.2017 18:24

Verletzter Geier „Gypsi“ ist jetzt wieder fit

Einen Irrflug durch halb Europa hat "Gypsi", ein vierjähriger Gänsegeier, hinter sich: Völlig entkräftet fingen ihn Anfang Oktober Mitarbeiter des Zoos Schmiding (OÖ) und brachten ihn nach Salzburg. Hier päppelte man "Gypsi" auf. Nun hat sich das Männchen mit den Zoo-Geiern angefreundet und fliegt mit ihnen.

Dank des solarbetriebenen Senders zwischen seinen Schwingen kennt man den Weg des Gänsegeiers ganz genau: Im Sommer 2016 wurde „Gypsi“ ausgehungert und verletzt bei einer Windkraftanlage in Thüringen (D) gefunden: Handschwingen gebrochen und Schwungfedern schwer beschädigt. Ein Jahr lang zog man ihn dort in einer privaten Voliere wieder auf und pflegte ihn gesund.

Anfang September ließ man das vierjährige Gänsegeier-Männchen bei Beuron (Baden-Württemberg) wieder frei. Mit Artgenossen machte er sich auf den Weg Richtung Schweiz, umkreiste Mont Blanc und Matterhorn, wo der Aasfresser genug Nahrung fand.

„Warum Gypsi Mitte September die Route änderte und sich nicht jener Gruppe anschloss, die Richtung Frankreich und Spanien unterwegs war, wissen wir nicht“, so Zoo-Chefin Sabine Grebner: Gypsi flog wieder Richtung Norden und wurde dann Anfang Oktober von der Herbststürmen 300 Kilometer weit nach Osten vertragen. Bis man ihn in Oberösterreich fand.

Beim Gesundheits-Check im Hellbrunner Zoo fand man heraus, dass der Vogel angeschossen wurde. Jetzt hat er hier neue Freunde gefunden: „Gypsi ist mit sechs Artgenossen auf den Untersberg hinauf und danach zum Fressen im Zoo gelandet“, so Sabine Grebner. „Und er hat offenbar ein Auge auf unsere Geier-Dame Gundula geworfen“

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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