Fr, 24. November 2017

Öko-Katastrophe

27.10.2017 16:26

Mehr als 150.000 Tonnen: Felssturz in Salzburg

Ein gewaltiges Donnern ließ das Wiesbachhorn in Salzburg erzittern! Sekunden später brach die Hölle los. Denn in mehr als 3000 Metern Höhe hatten sich 150.000 Tonnen Fels gelöst. Die Massen stürzten in ein menschenleeres Gletscherkar. Ursache: Der Klimawandel!

Nur dem glücklichen Umstand, dass zurzeit des Mega-Felssturzes keine Wanderer oder Bergsteiger da oben unterwegs waren, ist es zu verdanken, dass die Naturkatastrophe keine Todesopfer forderte.




Nach zwei Kilometern zum Stillstand gekommen
Denn oben am 3283 Meter hohen Wiesbachhorn bei Fusch war kein Stein auf dem anderen geblieben. Schlagartig hatten sich in der Nacht auf den 20.Oktober - wie erst jetzt bekannt wurde - riesige Felsmassen in Bewegung gesetzt. "In der ersten Stufe stürzten die Geröllmassen auf einen Gletscher. Dann gewannen sie an Energie und nahmen so richtig Fahrt auf. Erst nach zwei Kilometern kamen sie zum Stillstand", rekonstruiert der Salzburger Landesgeologe Gerald Valentin die Geschehnisse, die an den Felssturz am Eiger in der Schweiz im Jahr 2006 erinnern und auch an die Katastrophe im August, ebenfalls bei den Eidgenossen.

"Böden tauen durch Erderwärmung auf"
Wie berichtet, hatte der Bergsturz von Bondo an der Nordflanke des Piz Cengalo in den Bergeller Alpen acht Todesopfer gefordert. Der erfahrene Wiener Alpinist Friedrich Macher, Chef der mitgliederstarken "Sektion Austria" im Alpenverein sieht als Ursache dieser immer häufiger werdenden Öko-Apokalypsen den Klimawandel: "Die Permafrostböden tauen durch die Erderwärmung auf. Es ist zu befürchten, dass alles noch schlimmer wird."

Keine Gefahr für Häuser
Durch den aktuellen Felssturz am Kleinen Wiesbachhorn besteht laut Geologe Valentin für Siedlungen und Häuser momentan keine Gefahr. Er warnt aber: "Bei einem Worst-Case-Szenario wäre es vorstellbar, dass mehrer 100.000 Kubikmeter Gesteinsmaterial in Bewegung geraten und Eisteile des Sandbodenkees aufschmelzen. Die Mure könnte sogar die Großglockner Hochalpenstraße in Mitleidenschaft ziehen."

Mark Perry und Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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