Do, 23. November 2017

Burka-Verbot

27.10.2017 09:45

Posse um steirische Maskottchen

Man möchte meinen, die Leut’ haben keine anderen Sorgen… Im konkreten Fall geht’s um das Anti-Gesichtsverhüllungs-Gesetz, vom Volksmund "Burka-Verbot" getauft. Seit 1. Oktober ist bekanntlich das Bedecken des Gesichts nicht mehr gestattet, außer es handelt sich um Brauchtum. Damit geraten allerdings auch Maskottchen ins Visier - wie jetzt die steirischen "Verkehrs-Augen"!

Der "Burka-Bann" treibt immer skurrilere Blüten, und selbst die Politik, die für dieses Gesetz verantwortlich ist, bekommt das aktuell zu spüren. Erst vor wenigen Tagen wurde das Parlaments-Maskottchen von Beamten, die angehalten sind, das Verbot zu überwachen, perlustriert: Bei Film-Dreharbeiten vor dem Hohen Haus anlässlich des gestrigen Tags der offenen Tür kam es zu einem Polizeieinsatz gegen den blauen Hasen Lesko - er wurde aufgefordert, sein "wahres Gesicht" zu zeigen.

Und jetzt gerät auch eine sinnvolle Verkehrssicherheits-Aktion ins Visier offensichtlich überängstlicher Mitmenschen. Landesrat Anton Lang stellte vor wenigen Tagen eine Kampagne mit - im Wortsinn - Augenzwinkern vor: Nach Schweizer Vorbild macht es sich ein personifiziertes Augenpaar zur Aufgabe, gegen Ablenkung auf unseren Straßen zu trommeln.  Die vier sympathischen Manderln sind in vorher informierten Einkaufszentren unterwegs und fordern: "Augen auf die Straße!" Was nicht allen gefällt. So wurde jetzt beim Land die "Befürchtung" deponiert, dass auch diese Maskottchen unters Anti-Verhüllungs-Gesetz fielen…

Bei der Exekutive ärgert man sich über kuriose Beschwerden wie diese. Tenor: Es wäre Sache des Gesetzgebers, dafür zu sorgen, dass keine Werbefiguren abgeführt werden müssten.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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