So, 17. Dezember 2017

Einzigartige Bilder

27.10.2017 06:54

Fotografien um 1910 zeigen: Wien bleibt Wien

"Wien bleibt Wien - und das ist wohl das Schlimmste, was man über diese Stadt sagen kann", wusste schon der österreichische Schriftsteller Alfred Polgar, der um die Jahrhundertwende lebte. Dass sich manche Dinge in der Donaumetropole wirklich über mehr als hundert Jahre nicht verändert haben, das beweisen die Fotografien von Emil Mayer. Im Kaffeehaus sitzen, Zeitung lesen, mit dem Riesenrad fahren, shoppen oder eislaufen im Winter zählen noch heute zu den Lieblingsbeschäftigungen der Wiener und der Besucher der Stadt.

Emil Mayer war einer der ersten Künstler, die sich der Street Photography verschrieben haben - also der Fotokunst im öffentlichen Raum. Dabei ist zu erkennen, dass die Wiener Gemütlichkeit auch um 1910 ein fester Bestandteil der Stadtkultur war.

Auch die öffentlichen Verkehrsmittel erfreuten sich um 1910 großer Beliebtheit in der Stadt. Ein ähnlich dichtes Gedränge wie zur Rushhour in der U6 konnte auch um die Jahrhundertwende in den Straßenbahnen herrschen. Auch damals sorgten Verkehrsunfälle für großes Aufsehen, wie eines der Bilder zeigt.

Damals wie heute: Das Riesenrad gehört jetzt noch zu einem der bekanntesten und markantesten Bauwerke Wiens.

Ein Einkaufsbummel durch die Innenstadt oder doch ein Picknick im Park? Auch heute lädt die Stadt zu Shoppingtouren oder zum Verweilen in einer der vielen Grünanlagen der Metropole ein.

Emil Mayer war trotz seines Talentes kein hauptberuflicher Fotograf: Er war beruflich als Anwalt tätig. Seine Leidenschaft galt allerdings dem Lichtbild - so war er auch lange Zeit der Präsident von Wiens bekanntestem Kamera-Klub. Sein Talent verschaffte ihm noch zu Lebzeiten internationale Berühmtheit.

Mayers Leben nahm im Juni 1938 ein tragisches Ende. Er beging kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gemeinsam mit seiner Frau Selbstmord. Kurz danach drang die Gestapo in seine Wohnung ein. Seine gesamte private Sammlung an Fotografien wurde zerstört.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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