Do, 23. November 2017

Herkunft erfragen

30.10.2017 07:36

Vorsicht beim Ganslessen im Restaurant!

"Lieber vorher nachfragen als gequälte Gänse essen" - das empfiehlt die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" allen Konsumenten zu Beginn der Martinigansl-Zeit. Ein gutes Restaurant sollte auf jeden Fall Auskunft darüber geben können, woher es seine Gänse bezieht und wie sie gehalten wurden.

Zwar sind in Österreich die grausamen Praktiken Stopfmast und Lebendrupf verboten. Allerdings beträgt der österreichische Selbstversorgungsgrad bei Gänsen gerade einmal 22 Prozent. Somit stammen rund drei Viertel der Gänse aus dem Ausland, und in vielen Ländern werden Gänse nach wie vor gestopft und lebend gerupft.

"Es gibt genug Alternativen"
"Ein kurzer Anruf im Restaurant genügt, um zu wissen, um welche Gänse es sich handelt. Wenn das Personal gar keine Auskunft geben will oder kann, raten wir von einem Besuch ab", sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von "Vier Pfoten". "Es gibt erfreulicherweise mittlerweile genügend Alternativen. Immer mehr Lokale legen auf die Herkunft der Gänse Wert."

"Vier Pfoten" riefen in Lokalen an
Die "Vier Pfoten" haben selbst vor kurzem stichprobenartig zahlreiche Lokale in ganz Österreich, die ein traditionelles Ganslessen anbieten, angerufen. "Wir wollten wissen, wie transparent die Gastronomie für die Kunden ist", sagt Pluda. "In fast allen Fällen waren die Gesprächspartner zumindest bemüht, Informationen zu geben. Manche haben angeboten, genauer nachzufragen. Nur sehr vereinzelt war das Personal nicht kooperativ oder gar unfreundlich."

Fazit: Es gibt immer mehr Restaurants, die eine "österreichische Weidegans" anbieten. Da die Nachfrage zu Martini die Inlandsproduktion jedoch bei weitem übersteigt und auch der Preis eine Rolle spielt, greift die Gastronomie oft auf ausländische Ware zurück. Einige Gaststätten verwenden dabei Tiere von Betrieben aus der "Vier Pfoten"-Positivliste. Martina Pluda: "Auf dieser Liste stehen ungarische oder polnische Betriebe, die wir überprüft haben und die garantiert keine Stopfmast und keinen Lebendrupf praktizieren." Es bedeutet nicht, dass diese Betriebe optimale Haltungsbedingungen bieten, aber die Konsumenten können zumindest die allerschlimmsten Praktiken ausschließen."

"Am besten auf Martinigans verzichten"
Aus Tierschutzsicht ist es natürlich am besten, auf die Martinigans zu verzichten. "Wenn es jedoch unbedingt Gansl sein muss, empfehlen wir eine österreichische Weidegans", so Pluda. "Hier kann man sich sicher sein, dass die Tiere im Vergleich sehr gut gehalten wurden."

Forderung nach umfassender Kennzeichnungspflicht
Damit Informationen aber keine Holschuld der Konsumenten bleiben, bleibt die Forderung nach einer umfassenden Herkunfts-Kennzeichnung von Fleisch auch in der Gastronomie. Denn nur mit ausreichenden Informationen können Konsumenten bewusste Entscheidungen in Richtung Tierwohl treffen. "Bislang wehrt sich der Gastro-Sektor gegen eine Kennzeichnung der verwendeten Produkte. Verpflichtende Angaben sind aber nicht nur aus Tierschutzsicht, sondern auch im Sinne der Konsumenten mehr als gerechtfertigt", schließt Pluda.

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Redaktion
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