Di, 21. November 2017

Politik

24.10.2017 20:15

Land baut die Quartiere ab

Weil der Bedarf zuletzt weiter gesunken ist, hat sich die Landesregierung entschieden, die Schließung von Asyl-Quartieren weiter voranzutreiben. Jüngstes Beispiel aus der Stadt ist die Unterkunft in der Faberstraße, im ehemaligen VHS-Gebäude. Allein im zweiten Halbjahr konnten 280 Plätze eingespart werden.

Das prominenteste Beispiel von Quartiersschließungen in jüngster Zeit war die anfänglich stark umstrittene Unterkunft in der Faberstraße im Andräviertel: Die verbliebenen 40 von einst 90 Flüchtlingen wurden vergangene Woche in andere Asylheime verlegt, die privat betriebene Unterkunft geschlossen. Grund hierfür sei der zuletzt weiter sinkende Bedarf, wie Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne) gegenüber der "Krone" erklärt - und verweist darauf, dass zuletzt im ganzen Land Unterkünfte im Einvernehmen mit den Betreibern wieder zugesperrt werden konnten. "Die Zahl der Asylwerbenden in Salzburg geht seit Jahresbeginn deutlich zurück. Dementsprechend passen wir den Bedarf an Quartieren an. Zahlreiche Verträge wurden daher nicht verlängert oder aufgelöst." Ein weiteres Beispiel aus der Stadt ist etwa das Christ-König-Kolleg im Nachbarhaus des Erzbischofs, das von der Caritas betrieben worden ist. Bis zu 20 Flüchtlinge waren dort zuletzt untergebracht.

Auch im Pongau konnten 50 Plätze abgebaut werden mit der kürzlich erfolgten Schließung der Unterkunft im Felserhof in Radstadt. 25 weitere Plätze sparte das Land zudem im Lungau ein: Für das Quartier Wiesenbauer in St. Michael gibt es ebenfalls keinen akuten Bedarf mehr.

Insgesamt wurden in der Summe im zweiten Halbjahr 280 Quartiersplätze eingespart, wie es aus Bertholds Büro dazu heißt. Zählte das Land vergangenes Jahr noch 5000 Menschen in der Grundversorgung, sind es jetzt nur noch 3400. Aktuell sind im Stadtgebiet noch 38 Asylunterkünfte in Betrieb. Bei den meisten handelt es sich aber nur um kleine Quartiere, in denen nur eine Handvoll Menschen wohnt, wie etwa minderjährige Flüchtlinge. Die drei größten Unterkünfte sind nach wie vor der Flussbauhof (Rotes Kreuz), die Straniakstraße (Diakoniewerk) und das Quartier Elisabethstraße (Arbeiter-Samariter-Bund).

Anna Dobler, Kronen Zeitung

Zitat: Salzburgs Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne)
Wir haben die Aufgabe der Unterbringung gut gelöst. Jetzt gilt es, die Quartiere dem Bedarf anzupassen - in Abstimmung mit den Betreibern.

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