Sa, 25. November 2017

ATP-Turnier in Wien

24.10.2017 10:40

Sebastian Ofner zurück auf der großen Tennis-Bühne

Der Steirer Sebastian Ofner tritt am Dienstag wieder einmal auf einer der großen Bühnen auf. Auf diesen hat er bisher seine besten Tennis-Leistungen abgerufen. Im einzigartigen Flair von Wimbledon schaffte es der 21-Jährige zum Sommerbeginn aus der Qualifikation heraus in die dritte Runde, einen Monat später stürmte Ofner in Kitzbühel mit der Unterstützung des Heim-Publikums bis ins Halbfinale.

Nun hat der Sankt Mareiner beim Erste Bank Open wieder den Lokalmatador-Status, mit dem er in "Kitz" so gute Erfahrungen gemacht hat. "Ich habe schon voriges Jahr im Quali-Finale auf dem Center Court gespielt. Also es ist für mich nicht ganz neu", erinnerte sich Ofner am Montag bei einer Pressekonferenz an seinen Wien-Einsatz 2016, als es eben nicht für das Hauptfeld gereicht hatte.

Duell gegen Pouille
Diesmal geht es gegen den Franzosen Lucas Pouille. "Ich freue mich auf das Match", sagte Ofner. "Es wird ein schwieriges Match. Pouille ist ein wirklich guter Spieler. Er spielt sehr solide von der Grundlinie. Aber wenn man auf einer so großen Bühne spielt und einem die Leute pushen, ist es etwas Besonderes." Pouille ist zwar Weltranglisten-25., Ofner -137. In Wimbledon aber siegte Ofner gegen Jack Sock, dem damaligen Ranking-18.

Österreichs Nummer zwei hat es also drauf, hat das in den vergangenen zweieinhalb Monaten seit dem "Kitz"-Coup aber zu selten gezeigt. "Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe", räumte Ofner auch ein. Konkret hat er in diesem Zeitraum nur zwei Challenger-Matches gewonnen. Bei den US Open wie beim ATP-250 in Antwerpen war in der Quali Endstation.

Ofner kennt die Gründe für den Durchhänger: "Ein großer Mitgrund ist, dass ich wenig trainiert habe", sprach er einen Faktor an. "Da habe ich so viele Turniere wie möglich gespielt, was im Nachhinein nicht ganz vorteilhaft war." Zum anderen sah er sich nach seinem Aufstieg in der Weltrangliste nicht selten auf Challenger-Niveau in der für ihn ungewohnten Favoritenrolle.

"Bin gut drauf"
"Das war dann auch eine neue Rolle für mich und nicht so einfach", erklärte Ofner. "Wenn dann weiter hinten platzierte Spieler ihr bestes Tennis spielen. Du versuchst, dein Spiel zu spielen und den Rhythmus zu finden. Dann läuft es vielleicht am Anfang nicht so. Das war eine neue Erfahrung." Bei seinen jüngsten Einsätzen sei es aber schon wieder besser gegangen. "Ich bin gut drauf."

Pouille hat allerdings auch kein schlechtes Jahr und ist gegen Ofner natürlich Favorit. Der 23-Jährige holte heuer in Budapest auf Sand und in Stuttgart auf Rasen seine ATP-Titel Nummer zwei und drei. Seinen Premieren-Titel hatte der Allrounder im Vorjahr in Metz auf Hartplatz gewonnen. Im Mai stand Pouille als Ranking-13. auf seinem bisherigen Karrierehoch, in der zweiten Jahreshälfte ist bisher "nur" sein US-Open-Achtelfinale erwähnenswert.

Für Ofner wiederum sieht es in punkto Sponsoring und Ausrüster-Verträgen mittlerweile schon um einiges besser aus als noch in Wimbledon. Seit August ist die "Merkur Versicherung" sein Hauptsponsor. Der Davis-Cup-Kaderspieler kann die Unterstützung gut brauchen. "Die Saison kostet zwischen 30.000 und 40.000 Euro", gab er Einblick. Heuer steigt Ofner aber absolut positiv aus, brachte ihm doch allein Wimbledon ein Preisgeld von umgerechnet rund 100.000 Euro.

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