So, 19. November 2017

Russische Propaganda

24.10.2017 08:56

„Fake News“: Über 2000 falsche Artikel aufgespürt

Europa sieht sich zunehmend mit Desinformation aus Russland konfrontiert. Allein im Vorjahr wurden von einer 2015 in Brüssel eingesetzten Task Force über 2000 Artikel aufgespürt, die auf falscher russischer Propaganda basieren. Ziel Moskaus sei eine Entzweiung der EU-Partner, erklärte der Chef der Task Force, Giles Portman, am Montagabend in Wien.

Generell gehe es der Propagandamaschinerie des Kreml darum, "den politischen Mainstream in Europa zu unterminieren", führte Portman in einem Referat zum Thema "Fake News, Desinformation und Propaganda" im Haus der Europäischen Union aus. Es gehe auch darum, Verwirrung und Konfusion zwischen den EU-Partnern zu stiften. Russland sehe sich "in einem Informationskrieg, in steter Konfrontation mit dem Westen".

Der Anlass der Gründung der "East Stratcom Task Force" der EU vor zwei Jahren war eine Reaktion auf den Propagandakrieg, den Moskau rund um die Annexion der Krim durch Russland führte. Laut Portman bestehe die Aufgabe der zwölf Mitarbeiter der Task Force darin, die Lügen-Nachrichten aufzuspüren, zu übersetzen und zu dokumentieren. In der EU spricht man allerdings von Desinformation, denn es gehe um manipulierte Inhalte, "eine ständige Herabwürdigung europäischer Werte", die großen Schaden anrichte. "Wir wollen die Bedrohungen identifizieren."

"Europa steht vor dem Kollaps"
Seit ihrer Gründung beobachtet die Task Force demnach, dass die russische Desinformation sehr bewusst auf Wahlen abzielt. Die Botschaft, die ausgesendet werde, laute "Europa steht vor dem Kollaps". Im Fokus stünden die USA, die NATO und zu 50 Prozent die EU. Russophobie werde insinuiert, Verschwörungstheorien und falsche historische Darstellungen propagiert. Grässliche Fake News würden verbreitet, von Kannibalismus- bis zu rassistischen Vorwürfen, von erfundenen Vergewaltigungen bis zu persönlichen Angriffen auf EU-Kommissare.

So wurde in einer bulgarischen Zeitung etwa eine Falschmeldung verbreitet, dass laut einer EU-Verordnung neben weißen auch braune Schneemänner aufgestellt werden müssten. In Berlin wurde die Story über die Vergewaltigung einer jungen Russin durch Muslime erfunden, berichtete "profil"-Redakteur Otmar Lahodynsky, Präsident der "Association of European Journalists".

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Redaktion
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