Fr, 24. November 2017

Veränderte Erreger

23.10.2017 13:50

Forscher wollen mit Salmonellen Krebs bekämpfen

Deutsche Forscher wollen Salmonellen in der Krebstherapie einsetzen. Die Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig machen sich dabei die Tatsache zunutze, dass sich diese Bakterien gezielt in Tumoren ansiedeln.

Weil Salmonelleninfektionen lebensbedrohlich sind, entwickelten sie einen Erregerstamm, der nur eine harmlose Infektion auslöst und gleichzeitig das menschliche Immunsystem stark genug aktiviert, um Tumore zu bekämpfen, teilten die HZI-Forscher am Montag mit.

"Für diese Art der Tumorbekämpfung muss ein Salmonellenstamm zwar eine starke Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, darf dabei aber nicht zu aggressiv sein, um noch in Schach gehalten werden zu können", erklärte Sebastian Felgner vom HZI. Denn Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können.

Bakterien schrittweise genetisch verändert
Schritt für Schritt veränderten die Forscher die Bakterien nun genetisch und versuchten, eine optimale Balance zwischen Sicherheit und ausreichender Immunantwort zu erreichen. Sie veränderten zum Beispiel einen Baustein, der die Mobilität der Bakterien einschränkt. Außerdem machten sie die Erreger für das Immunsystem sichtbarer, indem sie bestimmte Enzyme ausschalteten.

Ein nächster Schritt sind nun klinische Studien, so die Braunschweiger Wissenschaftler, die die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit im Fachjournal "OncoImmunology" veröffentlicht haben.

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