Do, 14. Dezember 2017

Neue Umfrage zeigt:

23.10.2017 13:24

Vertrauen in die Politik auf neuem Tiefststand

Das Vertrauen in die österreichische Politik ist auf einen neuen Tiefststand gesunken. Für Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer ist das "kein Wunder", wie er am Montag bei einer Pressekonferenz der Initiative Mehrheitswahlrecht sagte, wurde die Umfrage doch mitten im Wahlkampf während der Silberstein-Affäre durchgeführt. Der Obmann der Initiative, Heinrich Neisser (ÖVP), forderte eine Demokratiereform.

Der Vertrauensverlust betrifft sowohl die Politik allgemein, als auch Politiker. 43 Prozent der 426 Befragten haben gar kein Vertrauen in Politiker, die Hälfte der Befragten nur wenig. 85 Prozent sagen, das Vertrauen in die Politik sei in den vergangenen fünf Jahren gesunken, für 14 Prozent ist es zumindest gleich geblieben.

"Schlimmer kann es nicht mehr werden"
OGM-Chef Bachmayer sprach bei der Präsentation von einem "All-Time-Low": "Schlimmer kann es nicht mehr werden." Grund zu Optimismus gibt für Bachmayer allerdings die abschließende Frage: 28 Prozent glauben, dass die Regierung nächstes Jahr mehr Probleme erfolgreich lösen wird. Das ist eine optimistischere Annahme als noch 2016 und 2015. Gleichzeitig sind es in der heurigen Umfrage deutlich weniger, die glauben, dass die Regierung nächstes Jahr weniger Probleme löst.

"Es gibt natürlich nicht ein Medikament, das das Vertrauen wiederherstellt", so Neisser. Dazu gehöre jedenfalls die Vermittlung von Kompetenz, Glaubwürdigkeit, Seriosität und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Problemen. Die Frage sei auch, ob die neue Regierung, die laut Neisser von Tag zu Tag konkreter wird, auch das macht, was sie verkündet hat, und ob tatsächlich ein neuer Stil Einzug hält.

Parlament soll selbstbewusster werden
Die Demokratieprogramme der Parteien hätten im Wahlkampf praktisch keine Rolle gespielt, so Neisser. Er plädierte für mehr Selbstbewusstsein des Parlaments, dieses sei als Gesetzgeber eine eigenständige Größe und nicht der verlängerte Arm der Exekutive. Die Forderung nach einer Wahlrechtsreform bleibe auf der Tagesordnung der Initiative, so Neisser.

Der Generalsekretär der Initiative Mehrheitswahlrecht, Herwig Hösele, sagte, es sei "schwer erträglich für eine reife Demokratie", dass man am Wahlabend auf eine Hochrechnung angewiesen ist. In Deutschland gebe es trotz einer höheren Anzahl an Briefwahlstimmen schon am Wahlabend ein Ergebnis.

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