Fr, 24. November 2017

Schwerhörigkeit

28.10.2017 06:00

„Gut zu hören ist ein neues Lebensgefühl!“

Endlich kann ich wieder mit meinen Enkerln telefonieren, ohne dauernd nachfragen zu müssen. Auch bei meinem Hobby als Verkäuferinin in einer Trafik verstehe ich die Kunden beim Bestellen, aber auch Plaudern wieder viel besser.

"Lange Zeit war ich einfach zu eitel, und wollte kein Hörgerät tragen", erzählt Gertraud Misic (77 Jahre) aus Wien. "Man will noch nicht zum alten Eisen gehören. Doch als ich merkte, dass ich zum Beispiel in einer Gruppe plötzlich nicht mehr alles verstand und deshalb beim Gespräch nicht mehr so gut folgen konnte, entschied ich mich, einen HNO Arzt aufzusuchen." Er diagnostizierte eine Hörminderung und überwies Frau Misic an einen Hörakustiker weiter überwiesen. "Ich bekam eine ausführliche Beratung, welches Gerät für mich am besten passt _ und ich hatte Glück, schon das zweite funktionierte sehr gut."

"Hörgeräte sind kleine technische Wunder. Individuell an das Ohr und die Hör-Bedürfnisse angepasst, tragen sie wesentlich zur Lebensqualität bei und ermöglichen, wieder am Leben teilzuhaben. Mithilfe modernster Technik gibt es heute eine große Vielfalt an Hörgeräten, die mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen das Leben ihrer Träger erleichtern und verbessern", erklärt Martin Schaffer, Hörakustiker aus Wien. Auch Frau Misic ist begeistert: "Endlich kann ich wieder mit meinen Enkeln telefonieren, ohne dauernd ’wie bitte’ sagen zu müssen. Und auch bei meinem Hobby, nämlich Verkäuferin in einer Trafik, muss ich jetzt meinen Kunden nicht mehrmals fragen, weil ich etwas nicht verstanden habe."

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Menschen mit Hörminderung dasselbe hören wie alle anderen, nur eben viel leiser. Man muss es sich eher wie ein Verschwimmen aller Geräusche vorstellen. Aus Gesprächen und Umgebungslauten entsteht ein Geräusche-Chaos, das nur schwer zu entwirren ist. Oft werden einzelne Laute nicht gehört - das Klangbild gestaltet sich unvollständig wie bei einem Puzzle, bei dem Teile fehlen.

Mit einer 10 Mal komplizierteren Reizverarbeitung ist unser Gehör im Vergleich zu den Augen nicht nur das komplexeste aller Sinnesorgane, sondern auch das sensibelste. Rund um die Uhr nimmt es Signale aus der Umgebung auf. Es arbeitet praktisch ohne Pause. Wenn man aber schlecht hört, bekommt das Gehirn nicht mehr genügend Reize. Es gewöhnt sich an das geringere Hörvermögen und das beschleunigt die Schwerhörigkeit. Der Mangel an akustischen Reizen und sozialer Rückzug können außerdem zu einem Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit führen. Es ist also wichtig, eine Schwerhörigkeit früh zu erkennen und gegenzusteuern.

Frau Misic hat rechtzeitig gehandelt und erfreut sich ihres neuen Lebensgefühls: "Jetzt fällt mir schon auf, wenn meine Freunde und Bekannten nicht mehr so gut hören, und eigentlich auch schon ein Hörgerät brauchen würden. Außerdem sind meine Schwindelanfälle leichter geworden." Der Alltag gestaltet sich nicht nur besser, sondern auch auch lebenswerter. Das belegen aktuelle Ergebnisse einer Befragung an rund 7.200 Menschen mit Hörminderung. Bei Gesprächen unter Lärm, auf der Straße in kleinen Runden - also vor allem in sozialen Situationen gaben etwa 90 Prozent der Befragten eine Verbesserung an. "Hören hängt eng mit dem Sprachverstehen zusammen, und das macht sich in Alltagssituationen besonders bemerkbar. Ein gutes Gehör ist die Voraussetzung dafür, aktiv am Leben teilzuhaben.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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