So, 17. Dezember 2017

Zum 20. Geburtstag

23.10.2017 08:35

Tamagotchis kehren als Neuauflage zurück

Sie waren gewissermaßen Vorboten der heutigen Zeit, in der alle fast ständig ein Smartphone in der Hand haben: Tamagotchis. Die kleinen elektronischen Tierchen mussten in regelmäßigen Abständen von den Besitzern versorgt werden, damit sie nicht virtuell eingingen. Zum 20-jährigen Jubiläum veröffentlicht Hersteller Bandai jetzt eine neue, kleinere Version des ikonischen Gimmicks in limitierter Stückzahl.

Um das nostalgische Gefühl der späten 90er-Jahre aufkommen zu lassen, ist das neue Tamagotchi wie gewohnt eiförmig und versprüht laut Hersteller "den zeitlosen Charme eines pixeligen LCD-Bildschirmes". Wie anno 1997, als das Tamagotchi zum ersten Mal erschien, ist das Spielzeug in sechs verschiedenen Designs mit jeweils sechs möglichen digitalen Haustieren erhältlich. Der UVP für das seit Montag exklusiv über die Drogeriekette Müller erhältliche neue Tamagotchi liegt bei 19,99 Euro.

Aus dem Ei gepellt
Ihren Ursprung haben die Tamagotchis in Japan, "Tamago" ist Japanisch für "Ei". Die Idee zu dem Spielzeug hatte die damals 30-jährige Bandai-Angestellte Aki Maita: Viele Kinder in Japan wünschten sich ein Haustier, doch in der Enge und Hektik des japanischen Alltags war das in der Wirklichkeit kaum vorstellbar. Sie steckte deshalb die winzigen Kreaturen in ein Plastikgehäuse. Damit die virtuellen Haustiere sich entwickeln konnten, musste der Besitzer sie dann pflegen.

Das Display zeigte an, ob ein Tamagotchi zum Beispiel hungrig war und gefüttert werden musste. Ein Spiel mit dem kleinen Gefährten machte diesen glücklich. Gelegentlich mussten auch Hinterlassenschaften "weggeräumt" werden - mit anderen Worten, es war in etwa so, wie ein echtes Haustier zu haben. Kümmerte man sich nicht gut genug darum, wurde ein Tamagotchi "krank" und ging schließlich ein bzw. aus.

Kostengünstiger Haustier-Ersatz
Maita wollte Kindern eine günstige Möglichkeit geben, den Alltag mit einem Haustier zu erleben - aber eben unverbindlicher und ohne Kosten für Tierarzt oder Futter. Sie probierte die Prototypen zunächst an rund 200 Mädchen in Tokios Shibuya-Bezirk aus. "Sie bekamen sofort leuchtende Augen", erinnerte sie sich später.

Bandai, eine der führenden japanischen Spielezeugfirmen, die unter anderem mit Modellautos und Action-Figuren groß geworden war, konnte seine Vertriebskanäle voll ausspielen. Nur wenige Monate nach dem Japan-Start im November 1996 waren die Tamagotchis bereits in über zwei Dutzend Ländern erhältlich. Weltweit wurden rund 80 Millionen der Schlüsselanhänger-großen Geräte mit aus heutiger Sicht kaum nutzbarem Bildschirm verkauft.

Dabei gab es auch einigen Ärger. So konnten Modelle der ersten Generationen so schnell "sterben", dass Kinder sie zum Teil auch zur Schule mitnahmen. Die Lehrer sahen das als Ablenkung und die Geräte wurden in einigen Schulen verboten.

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Redaktion
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