Mi, 13. Dezember 2017

Yetis Erbe

22.10.2017 19:51

Skoda Karoq: Komfort-Multitool statt Klappmesser

Ja, auch wir lieben den Skoda Yeti mit dem Charaktergesicht und den kulleraugenartigen Nebelscheinwerfern. Aber Charakter hat es schwer, der Yeti wurde längst zum Familiengesicht geliftet. Jetzt musste er das Feld räumen, für den großen, feschen Bruder von einem anderen Vater (das Design stammt noch vom zu BMW gewechselten Jozef Kabaň), der alles besser kann, größer und kräftiger ist und im Stau allein fahren kann.

Genug Nostalgie - der Karoq ist ein tolles Auto. Mit 4,38 m Länge ist er 32 cm kürzer als der Kodiaq, dem ersten SUV der Tschechen, dennoch bietet er richtig viel Platz auf allen Sitzen wie auch im Kofferraum: Die optionalen VarioFlex-Sitze lassen sich Tetris-artig verschieben oder auch ausbauen, was bis zu 1810 Liter Ladevolumen bringt, mit aufrechten Lehnen sind es 479 bis 588 Liter (ohne VarioFlex 521 Liter). Für den nächsten Umzug lässt sich die Beifahrersitzlehne umklappen.

Der Karoq hat es faustdick hinter seiner massentauglich gestalteten Karosserie. Skodas Schlagwort "simply clever" manifestiert sich in einem Regenschirm unterm Beifahrersitz, der LED-Taschenlampe im Kofferraum, dem mit der (per Fußkick öffnenden) Heckklappe verbundenen Abdeckrollo, dem doppelten, gummierten Wendeladeboden, bis hin zum beliebten Eiskratzer im Tankdeckel.

Gar nicht clever: Statt eines echten Lautstärkereglers indiskutable Plus- und Minus-Schaltflächen am edlen, gläsernen Touchscreen. Top für Digitalfetischisten: Sie können ab Frühjahr 2018 das digitale Cockpit der neuesten Generation ordern, das u.a. vollflächig die Navigationskarte anzeigen kann.

Der Innenraum hinterlässt einen ebenso ansprechenden Eindruck wie der des Kodiaq. Alles fühlt sich so vertraut an, dass jedes Einsteigen wie ein Heimkommen ist. Gemütlich.

Passend dazu ist das Fahrwerk abgestimmt: komfortabel. Auch wenn es auf schlechten Straßen bisweilen schaukelt - schwammig oder unpräzise wird der Tscheche nicht. Wer es straffer mag: Nächstes Jahr kommen adaptive Dämpfer samt Tieferlegung um 1 cm. Die Vorderachse stammt übrigens vom Skoda Superb, die Hinterachse vom Octavia.

Zum (bereits erfolgten) Marktstart werden zwei Benziner und zwei Diesel angeboten, wahlweise mit 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-DSG. Basismotor (ab 25.790 Euro) ist ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 115 PS, der den (ohne Fahrer) 1265 kg leichten Karoq in beachtlichen 10,6 Sekunden auf Tempo 100 befördert. Darüber rangiert der neue 1,5-Liter Vierzylinder mit 150 PS und Zylinderabschaltung. Die Selbstzünder leisten 115 bzw. 150 PS, wobei der sparsamste auf einen Normverbrauch von 4,4 l/100 km kommt. Der stärkere, zwei Liter große Diesel bringt immer Allradantrieb mit, der größere Benziner ab Sommer 2018 optional. Dann wird auch der 190 PS starke Topdiesel nachgereicht.

Wer jetzt noch dem Yeti nachtrauert, der blicke auf Radartempomat, aktiven Spurhalter mit Stau-Assistent, City-Notbremse mit Fußgängerschutz und LED-Scheinwerfer. Das Bessere ist des Guten Feind. Und Nachfolger.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden