Do, 23. November 2017

Nach Nazi-Keule:

19.10.2017 19:04

Jetzt feiert „New York Times“ den Style von Kurz

"Bei dieser Wahl erhebt sich Österreichs Nazi-Vergangenheit" - mit dieser Schlagzeile zur Nationalratswahl und zum Wahlsieg von ÖVP-Chef Sebastian Kurz sorgte die "New York Times" am Mittwoch für einen Eklat. Nun rudert die renommierte US-Tageszeitung offenbar zurück und lobt Kurz für sein modisches Auftreten. Dabei wird der ÖVP-Chef auf eine Stufe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau gestellt.

Kurz stehe für schmale Anzüge, offene Hemdkragen und zurückgegelte Haare. Vor allem sein offener Umgang mit der Bevölkerung, die nur so nach Selfies mit dem ÖVP-Chef lechze und ihm so nahe sein wolle, wird von der "NYT" als besonders auffälliges Merkmal von Kurz hervorgehoben. "Ist er Österreichs Antwort auf Macron und Trudeau?", fragte Anfang dieser Woche der TV-Sender CNN.

Jugendliches Aussehen und Arbeit mit Symbolen als Markenzeichen
Kurz habe laut "NYT" wie Macron und Trudeau von der generellen Unzufriedenheit über die jeweilige Politik im Land profitiert. "Es gab den starken Wunsch nach Veränderung und die Bürger haben den Generationenwechsel allen drei Politikern durch ihr jugendliches Aussehen und ihren Elan am ehesten zugetraut. Sie sprechen die Probleme und Ängste der Bürger klar an. Alle drei arbeiten zudem stark mit Symbolen und stellen sich als Marke in den Vordergrund. Das kommt in der Öffentlichkeit gut an", so die "NYT".

Zwar habe der größte Rivale von Kurz im Wahlkampf, SPÖ-Chef Christian Kern, auf dieselben Symbole wie schicke Anzüge oder Selfies mit Bürgern gesetzt, doch sei dieser vor allem bei den Jungen nie so gut angekommen wie Kurz. "Hier hatte Kurz von Anfang an wegen seines Alters und seines unbedrohlich wirkenden Aussehens mehr Kredit."

"Anhänger von Kurz fühlen sich in der neuen Bewegung wohl"
"Bei Kurz ist alles bis ins Details durchdacht. Jede Bewegung seiner Hände, die Art und Weise, wie er auf Menschen zugeht, um ihnen seine Aufmerksamkeit zu geben. Er überlässt nichts dem Zufall", sagte der SPÖ-EU-Abgeordnete Eugen Freund im Gespräch mit der "NYT". Auch dass er die offizielle Farbe seiner Partei von schwarz auf türkis geändert hat, habe Kurz Sympathiepunkte gebracht. In der Wahlnacht hätten seine Anhänger türkise Jacken, Hemden oder Sonnenbrillen getragen. "Seine Anhänger fühlen sich bei ihm und in seiner neuen Bewegung wohl und gut aufgehoben. Sie sehen in Kurz den Politiker, der das Land zum Positiven verändert", so die "NYT".

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