Fr, 24. November 2017

Schöner schlafen

20.10.2017 13:47

Traum-Raum Schlafzimmer

Das Schlafzimmer ist mehr als nur ein Zimmer zum Schlafen: Wohnkrone präsentiert eine Übersicht über aktuelle Trends im privatesten Raum der Wohnung sowie aktuelle Trends und praktische Tipps für die Gestaltung des Schlafzimmers.

Der Herbst ist eingezogen, schon ticken die inneren Uhren ein bisschen anders. Mehr und mehr zieht man sich in die eigenen vier Wände zurück. Dort kann es ja auch sehr schön sein! Leider ist das Schlafzimmer ein mitunter etwas vernachlässigter Raum in der Wohnung und wird da und dort eben wirklich "nur" zum Schlafen verwendet. Beziehungsweise als großräumiger Garderobekasten - nicht selten in Form eines riesigen Wäschehaufens, der jeden Tag ein Stück höher wächst. Das muss nicht so sein. Ein Blick ins zeitgemäße Schlafzimmer anno 2017 soll zeigen, welche aktuellen Trends sich in den privaten "Gemächern" derzeit breit machen.

Gegensätze, die sich anziehen
Was vor einiger Zeit in Einrichtungskonzepten - insbesondere im Schlafzimmer - absolut tabu war, ist heute ganz schön en vogue: Stile werden bunt durcheinander gemischt. Früher mussten alle Möbel von derselben Linie kommen - jetzt werden unterschiedliche Stücke ganz bewusst nebeneinander gestellt. Plüsch trifft auf Geradlinigkeit, Kitsch auf moderne Reduktion. Für Hobby-Innenarchitekten eine riesige Spielwiese für kreative Ideen und viel Raum für den persönlichen Stil. Da ist dann auch Platz für das eine oder andere nostalgische Möbelstück. Die allgemeine Retro-Welle ist auch im Schlafzimmer dick da. Dort stehen plötzlich wieder Ohrensessel oder platzsparende Sekretäre herum.

Apropos Retro: Auch Tagesdecken werden wieder öfter gesichtet - in allen erdenklichen Materialien. Decke drüber - und schon wirkt alles viel aufgeräumter! Zudem ist die Tagesdecke eine wunderbar einfache (und kostengünstige) Möglichkeit, farbliche Akzente in den Raum zu zaubern.

Farbenspiele
Das Auge braucht Ruhe. Wie geht das mit dem aktuellen Trend zum bunten Stilmix zusammen? Es gibt da einen einfachen Trick: Man bleibt bei der Zusammenstellung innerhalb der gleichen Farbfamilie, das eine oder andere ältere Möbelstück kann zu diesem Zweck gerne auch überpinselt werden. Das schafft Harmonie im Gemisch der allzu schrillen Gegensätze.

Bei den Farben ist der Spielraum im Schlafzimmer allerdings ein wenig eingeschränkt, weil allzu grelle, aufweckende Töne (wie z.B. Rot) einfach fehl am Platz sind. Aktuell dominieren Farben wie Marineblau oder Mintgrün die Schlafräume. Auch sanfte Grau- oder pastellige Blautöne sind zu sehen. Die Nichtfarbe Weiß geht immer - da und dort auch in Kombination mit Schwarz.

Das schöne Rundherum
Schwarz-Weiß sind häufig auch die dekorativen Beschriftungen, die auf immer mehr Wohnwänden zu lesen sind. Egal ob weise, aufmunternd oder lustig - die flotten Sprüche bringen auch optisch ein wenig Pepp ins Schlafzimmer.

Die Materialien am Puls der Zeit sind Metall in Form von Messing, Gold oder Bronze. Helles Holz ist ebenfalls nach wie vor sehr beliebt. Skandinavische Schlichtheit beruhigt die Sinne. Auch ein Ende des grünen Trends ist nicht abzusehen. "Urban Jungle" lautet das Motto, frei übersetzt: Hol den Dschungel in die Stadt! Oder eben ins Schlafzimmer. Zimmerpflanzen beleben das Raumklima, natürliche Materialien dürfen assistieren.

In aller Offenheit
Simple Kleiderstangen sind mittlerweile zu eigenständigen Möbelstücken herangewachsen. Sie hängen von der Decke, stehen mitten im Raum oder sind so konstruiert, dass sie sich ganz einfach an die Wand lehnen lassen. Minimalistische Lösungen, die sehr schick sein können.

Der "Haken" dabei: im echten Leben hängen dann doch oft mehr Kleidungsstücke an der Stange als auf dem stilsicheren Foto im Wohnkatalog. Das bringt Unruhe in den Raum. Frei schwebende Kleiderstangen oder offene Kleiderschränke sind deshalb eher etwas für aufgeräumte Charaktere. Die reihen Anzüge oder Kleider, farblich geordnet, Schulter- an Schulterpolster fein säuberlich aneinander. Das hat was - auch eine gewisse beruhigende Wirkung fürs Auge.

Intelligente Kleiderstangen?
Hängegleiter sind spezielle, verschiebbare Kleiderstangen, die vor oder hinter einem Regalsystem eingesetzt werden können. Auf diese Weise lässt sich das Schrankvolumen annähernd verdoppeln, einfach indem hängende und liegende Kleidung unterschiedlich aufbewahrt wird. Es gibt keine starren Kleiderstangen mehr im Regal, stattdessen werden separate Hängegleiter vor oder hinter dem Regal positioniert. Alles, was man hängen kann, kommt auf Hängegleiter, die sich seitlich hin und her schieben lassen. Regale sind für zusammengelegte Kleidung und Accessoires reserviert. Das ist praktisch, übersichtlich und spart Platz. Intelligent eben.

Kleiderschrank: hereinspaziert!
Ein begehbarer Kleiderschrank ist für viele Menschen ein lang gehegter Traum und der Inbegriff von Luxus. Tatsächlich ist die Sache gar nicht so schwierig umzusetzen. Es braucht nur ein wenig Platz. Ideal ist es natürlich, wenn ein kleiner Raum direkt ans Schlafzimmer angrenzt, der sich zum Kleiderschrank umfunktionieren lässt.

Man kann den Extra-Raum aber auch künstlich schaffen, indem man eine Trennwand einsetzt - und wenn es nur eine einfache Schiebetür-Konstruktion ist. Schon hat man zwei getrennte Welten: einen Schlafbereich und einen Stauraum. In allen großen Möbelhäusern finden sich zahlreiche offene Schrank- und Regalsysteme, die man nach Belieben zusammenstellen kann, um Ordnung in den begehbaren Innenraum zu bringen.

Ein gewisser Nachteil der offenen Lösung: die Wäsche ist vor Staub nicht geschützt. Kleiderkästen mit (Schiebe-) Türen - auch im begehbaren Schrank - schirmen Staub zusätzlich ab. Bei der Planung des begehbaren Schranks ist auf einen großen Spiegel nicht zu vergessen. Sinnvoll ist auch eine Sitzgelegenheit - aus dekorativen und praktischen Gründen, z.B. um sich bequem Schuhe anziehen zu können.

Ein ganz entscheidender Punkt ist das richtige Licht. Schrankräume sind in den meisten Fällen fensterlos, deshalb ist eine geschickt platzierte Beleuchtung unumgänglich. Auf kleinem Raum ist es nicht nötig, mit bombastischen Lichtanlagen aufzufahren. Ein paar einfache LED-Lampen tun's genauso. Ebenso bieten sich verstellbare Spots an.

Ein Bett wie aus Wolken
Boxspringbetten erfreuen sich nach wie vor hoher Beliebtheit. Die extrem bequemen Bettkästen bringen einen Hauch von amerikanischem Hotelzimmerkomfort ins private Schlafgemach. Boxspringbetten sind nicht nur sehr weich, sondern werden auch wegen der hohen Bettkante geschätzt. Das erleichtert das "Ein- und Aussteigen". Ein Boxspringbett besteht zumeist aus drei Teilen: dem Unterbau (dem sogenannten Boxspring), darauf liegt die eigentliche Matratze, mit einem weiteren "Topper" oben auf. Auf dieser Dreischicht-Federung schläft es sich sprichwörtlich wie auf Wolken. Ideal für Menschen, die gerne weich gebettet liegen.

Auch immer öfter gesehen: Moderne Betten mit elektronischer Steuerung über eine App, mit der sich die Neigung des Rückenteils einstellen lässt oder die Füße auf Knopfdruck hochgelagert werden können. Was im Kranken- und Pflegebereich eine Notwendigkeit darstellt, ist natürlich auch für gesunde Menschen ein bequemes Extra.

Multifunktionalität
Wohnraum, insbesondere in den Städten, ist knapp und teuer geworden. Die Wohnungen werden tendenziell immer kleiner. Umso praktischer, wenn Möbel vielseitig genützt werden können. Der allgemeine Trend zur effizienteren Raumnutzung findet sich auch im Schlafbereich wieder: Bettgestelle mit Stauraum unter der Liegefläche, Boxspringbetten mit Schubladen, Studioliegen, die als Bettersatz fungieren oder Sitzmöbel mit integrierter Handy-Ladestation.

Verschiedene Funktionen werden kombiniert, um einen höchstmöglichen Platz-Nutzen-Faktor zu erzielen. Was sparsam klingt, kann sich in modernem Design durchaus sehen lassen. Weniger ist eben manchmal mehr.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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