Sa, 16. Dezember 2017

Großrazzia in D

18.10.2017 19:23

Spezialkommandos gehen gegen die Hells Angels vor

Mit einer Großrazzia haben Hunderte Polizisten im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen am Mittwoch das Verbot von zwei Rockergruppen der Hells Angels durchgesetzt. 55 Objekte in 16 Städten wurden durchsucht. Dabei wurden elf Motorräder, 45 "Kutten", 13 Messer, mehrere Schusswaffen, eine Armbrust und mehr als 88.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Festnahmen gab es den Angaben zufolge nicht. Insgesamt 700 Polizeibeamte waren im Einsatz. Wegen der vermuteten Gefährlichkeit einiger Rocker setzte die Polizei auch Spezialkommandos ein.

Das Verbot betreffe die Hells-Angels-Gruppe "MC Concrete City" in Erkrath bei Düsseldorf und deren Teilorganisation "Clan 81 Germany". "Es geht um Gewalt, Drogen, Waffen und Zwangsprostitution", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul. "Dieser Club ist auffällig geworden." Die betroffenen Mitglieder seien nachweislich kriminell. Bei einer Massenschlägerei unter Beteiligung der Hells Angels seien in Erkrath unlängst auch Polizisten verletzt worden.



"Kriminelle Organisationen"
Wie in der Vergangenheit auch würden Rockergruppen verboten, sobald die Voraussetzungen vorliegen, sagte der Minister. "Es geht nicht um Motorradfahrer-Romantik. Es handelt sich um kriminelle Organisationen."

Ein Rechtsanwalt der Hells Angels kritisierte die Maßnahmen. Die Polizei sei über das Ziel hinausgeschossen, sagte der Jurist Wolf Bonn. "Da sind Dinge beschlagnahmt worden, die nicht vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf umfasst sind." Der Gerichtsbeschluss erlaube zwar die Beschlagnahme von gewissen Beweismitteln, die Polizei habe aber auch Privateigentum wie etwa Motorräder, Uhren, Bargeld und sogar eine Bachelorarbeit mitgenommen. "Wir prüfen rechtliche Schritte gegen das Vereinsverbot."

Reul widersprach: Bei den Motorrädern handle es sich um Vereinsvermögen. "Wenn die Damen und Herren aus diesem Club der Meinung sind, das wäre falsch, gibt es die Möglichkeit, das zu beweisen. Die sind jetzt bei uns und stehen sicher verwahrt." Zweck und Tätigkeit der verbotenen Rockerclubs verstießen gegen Strafgesetze, hieß es zur Begründung.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden