Sa, 25. November 2017

„Krone“-Interview

17.10.2017 16:30

Rosberg: „Lewis darf sich nicht zurücklehnen!“

Der amtierende Weltmeister Nico Rosberg plauderte vor dem sonntägigen Grand Prix der USA in Austin im großen Interview mit der "Krone" über das heiße WM-Titelduell Hamilton gegen Vettel.

"Krone": Lewis führt jetzt mit 59 Punkten vor dem Rennen in Austin. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?
Lewis Hamilton: Er hat einfach zurzeit einen unglaublichen Lauf. Egal, ob im Qualifying oder im Rennen. Er hat seit der Sommerpause mit Ausnahme von Malaysia alle Rennen gewonnen, und das ist momentan der Schlüssel zum Erfolg. Und zudem läuft einfach alles gegen Sebastian Vettel.

"Krone": Klar, und das Selbstvertrauen stimmt daher auch. Wo liegt der Unterschied zwischen Lewis in diesem Jahr und dem von der letzten Saison, als du gegen ihn gekämpft hast?
Rosberg: Für mich war das letztes Jahr ähnlich, diese Seriensiege am Ende des Jahres 2015 haben mir sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Lewis zeigt jetzt eine Stabilität, die ist unglaublich. Es ist so schwierig, diese im Kopf zu behalten, von einem Rennen zum nächsten. Das schafft er gerade, und das hat ihm diese deutliche WM-Führung eingebracht.

"Krone": Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen Lewis und Sebastian - gegen die du ja selbst gefightet hast?
Rosberg: Ich würde sagen, dass Lewis beim reinen Speed auf eine Runde ein wenig besser ist. Aber er hat eine Schwäche mit seinen emotionalen Höhen und Tiefen. Da fehlt manchmal die Konstanz. Da hat Sebastian sicher einen kleinen, aber feinen Vorteil. Und über die ganze Renndistanz sehe ich ein ganz kleines Plus für Sebastian.

"Krone": Wie kann man diesen Lewis Hamilton schlagen?
Rosberg: Mental gesehen, sind wir Rennfahrer ja alle auf einem unglaublich hohen Niveau. Da spielen dann Kleinigkeiten plötzlich eine große Rolle. Wenn du dich unnötig über etwas ärgerst oder zu viel Energie in andere Dinge steckst, kann dich das aus dem Gleichgewicht bringen. So was passiert Lewis manchmal wie im letzten Jahr, als er in Japan bei einer Pressekonferenz den Fahrern auf Instagram Hasenohren verpasst hat und sich dann mit den erbosten Medien herumschlagen musste. Das ist vergeudete Energie. In der heißen Phase der WM kann dich jedes Gespräch mit den Ingenieuren oder jeder Kontakt mit anderen Piloten schon aus deiner Konzentration werfen.

"Krone": Wie bitter ist es für Sebastian und Ferrari, dass die WM-Chance jetzt nur mehr ganz klein ist?
Rosberg: Ich bin ja jetzt neutral. Für uns Formel-1-Fans war das in Japan schon sehr schlimm, alle wollten doch ein Duell bis zum Schluss sehen. Ich bin sicher, Lewis würde auch gerne bis zum letzten Meter kämpfen. Aber das ist Motorsport. Trotzdem dürfen sich Mercedes und Lewis jetzt sicher noch nicht zurücklehnen.

Tanja Bauer, Kronen Zeitung

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