Mo, 20. November 2017

Peter Schröcksnadel:

17.10.2017 08:54

„Große Ski-Euphorie trotz Nein zu Olympia!“

Nächste Woche startet der Weltcup in Sölden: Verbands-Präsident Peter Schröcksnadel spricht im "Krone"-Interview über hohe Ziele, Südkorea-Ängste, Marcel Hirscher, Anna Veith und Lindsey Vonn.

"Krone": Herr Präsident, wie enttäuscht sind Sie vom Nein der Tiroler zu Olympia 2026?
Peter Schröcksnadel: Schade um die Chance, für den Sport, für die Jugend. Dass die Abstimmung parallel zur Wahl stattfand, war unglücklich. Dadurch wurde sie ins gleiche Boot geworfen. Und das Vertrauen in die Politik ist aktuell nicht groß. Das ändert aber nichts an der Ski-Euphorie in unserem Land, denn die ist ungebrochen groß.

Kleinere Trainingsgruppen, individuellere Athleten-Betreuung. Wie schnell wird das neue ÖSV-System greifen?
Da gibt es keine lange Anlaufzeit, das muss sofort greifen. Jetzt will ich keine Ausreden mehr hören! Die Vorgaben sind klar: Die Jungen sollen sich entwickeln, von den Arrivierten erwarte ich mehr Konstanz, vor allem in der Abfahrt. Wir wollen so viel gewinnen wie möglich. Gesamt-Weltcup bei Damen und Herren, Sieg im Nationencup, Olympia-Medaillen!

Wie wichtig ist da eine rasche Rückkehr von Marcel Hirscher und Anna Veith?
Marcel ist der Star. So wie früher Eberharter, Maier, Raich. Wenn es Gutes an der Verletzung gibt, dann, dass die Erwartungshaltung geringer wird. Anna ist schon super in Schuss. Wenn sie so weitermacht, dann wird sie bald wieder Rennen gewinnen! Im letzten Winter  ist sie ja quasi mit einem Fuß schon Dritte geworden.

Und der Rest des Teams?
Wir sind nicht von Marcel und Anna abhängig. Viele scharren in den Startlöchern, wollen ganz nach oben. Wir werden da in diesem Winter einiges erleben.

Olympia in Südkorea ist der Höhepunkt der Saison. Macht Ihnen die politische Entwicklung in der Region Sorgen?
Ich persönlich habe keine Angst. Aber ich verstehe, dass Eltern ein mulmiges Gefühl haben, wenn ihre Kinder dorthin sollen. Wie wird die Situation unmittelbar davor sein? Ich glaube, weniger kritisch als jetzt befürchtet. Niemand hat Interesse an einem Weltkrieg!

Was halten Sie von Lindsey Vonns Wunsch, bei den Herren in Lake Louise zu starten?
Wenn Lindsey einen echten Vergleich möchte, dann soll sie in Kitzbühel fahren. Nur in Kitz wird Lindsey möglicherweise nur einmal runterfahren. Lake Louise ist keine echte Herausforderung, das ist nur ein Gag.

Alexander Hofstätter, Kronen Zeitung

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