Fr, 15. Dezember 2017

Vassilakou warnt:

17.10.2017 07:39

"Ein Köpferollen wäre das falsche Signal"

Die Grünen müssen sich nach dem desaströsen Abschneiden bei den Nationalratswahlen am Sonntag darauf einstellen, in den kommenden fünf Jahren nicht im Parlament vertreten zu sein. Angesichts der aktuell ausgezählten Stimmen bräuchten sie ein Wunder, denn aktuell liegen sie - laut Innenministerium - bei 3,8 Prozent. Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou warnt nach dem Debakel: "Ein Köpferollen wäre das falsche Signal."

Erste Rufe nach einem solchen gab es bereits. So forderte Thomas Blimlinger, Noch-Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, wo die Öko-Partei laut vorläufigem Ergebnis ohne Briefwahlkarten ihr größtes Minus einfuhr und um 21 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent abgestürzt ist, am Montag als Konsequenz des Wahlergebnisses den Rücktritt des Bundesvorstands der Grünen.

Eine Forderung, die Vassilakou so nicht teilt. Die Wähler hätten eine unüberhörbare Botschaft gesendet - nämlich, dass sie es nicht schätzten, wenn man sich gegenseitig absägt und wenn aus den Grünen zwei Listen werden, sagte die Vizebürgermeisterin in einem Interview mit dem "Standard". Es führe aber zu nichts, "wenn am Tag nach einem Wahldesaster jemand auf den Dorfplatz gezerrt wird, um ihn zu köpfen".

"Hinrichtung von Bauernopfern der falsche Weg"
Man sollte sich zunächst ansehen, was anders und besser gemacht gehört - und erst danach, wer das macht, so Vassilakou. "Personelle Konsequenzen müssen zum Schluss kommen und nicht zu Beginn. Ein Köpferollen, ein öffentliches Hinrichten vor irgendwelchen Bauernopfern und hinterher so zu tun als sei es getan, ist meiner Meinung nach genau der falsche Weg", erklärte Vassilakou am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". "Die falscheste aller Konsequenzen, die wir daraus ziehen können, am Tag nach der Wahl einander an die Gurgel zu gehen", erklärte sie.

Der Sonntag sei ein bitterer Tag für sie und die grüne Bewegung gewesen. Nun müsse man "schonungslos" analysieren und dann die richtigen Schlüsse ziehen, sagte sie dem ORF Wien. Wenn eine schwarz-blaue Regierung komme, stehe für Wien sehr viel auf dem Spiel, sie werde alle Kraft einsetzen, "um Wien zu beschützen", so Vassilakou.

Sattes Minus der Grünen in Hochburgen
In ihren traditionellen Hochburgen in Wien haben die Grünen am Sonntag ein sattes Minus eingefahren: Desaströs gestaltete sich das grüne Ergebnis neben jenem im Bezirk Neubau auch in Wien-Mariahilf (minus 19,2 Prozentpunkte), in Wien-Josefstadt (-18,1 Prozentpunkte) oder im Bezirk Währing, wo man knapp 14 Prozentpunkte einbüßte.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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