So, 19. November 2017

Mit Leica-Doppelcam

16.10.2017 17:00

Huawei Mate 10 Pro: KI-Smartphone angekündigt

Der chinesische Smartphone-Spezialist Huawei hat am Montag in München das neueste Modell seiner Smartphone-Reihe Mate angekündigt. Das Mate 10 Pro soll sich vor allem mit einem neu entwickelten Prozessor mit einem eigenen Modul für KI-Berechnungen von der Masse abheben, darüber hinaus gibt es ein OLED-Display im auch bei der Konkurrenz angesagten 18:9-Format und eine gemeinsam mit Leica entwickelte Doppelkamera. Schade: Eine Audioklinke fehlt.

Huawei wird zwei Modelle des Mate 10 auf den Markt bringen, die sich in einigen Details - RAM, Display, Speicher - unterscheiden. Neben dem Pro-Modell wird es in Österreich auch eine abgespeckte Lite-Variante für 370 Euro geben. Laut Huawei will man sich hierzulande aber auf die Vermarktung des stärkeren Pro-Modells mit 128 Gigabyte Flash-Speicher konzentrieren.

Längliches OLED-Display, Leica-Doppelkamera
Die Hardware-Spezifikationen können sich sehen lassen: Das Gerät kommt mit einem an die Konkurrenz aus Korea erinnernden 18.9-Display mit 2160 mal 1080 Pixel Auflösung. Es handelt sich um ein OLED-Display mit HDR-Funktion, was laut Huawei für sattes Schwarz, hohe Kontraste, natürliche Farben und sanfte Farbverläufe sorgen soll.

Bei der Kamera setzt Huawei wie schon beim kompakteren P10 auf eine gemeinsam mit Leica entwickelte Doppelkamera. Sie bietet eine optisch stabilisierte 12-Megapixel-Kamera mit Farbsensor und lichtstarker F/1.6-Blende, zusätzlich gibt es eine 20-Megapixel-Kamera mit Monochrom-Sensor. Ein Vierfach-Gespann aus Laser-, Phase-Detection-, Kontrast- und Tiefenautofokus soll dafür sorgen, dass das Gerät flott scharfstellt und auslöst.

KI-Prozessor soll Fotos automatisch verbessern
Zusätzlich verbessern soll die Kamera-Performance das Herzstück des Mate 10. Der neue Kirin-970-Achtkernprozessor der Huawei-Prozessortochter HiSilicon (4 x 2,4 + 4 x 1,8 GHz) verfügt nämlich über einen eigenen Bereich im Chip, der für KI-Berechnungen zuständig ist und - vereinfacht gesagt - dafür sorgen soll, dass das Mate 10 hört, versteht und sieht wie ein Mensch.

Diese Neural Networking Processing Unit (NPU) soll laut Huawei mittels Motiverkennung dafür sorgen, dass stets die richtigen Einstellungen in der Kamera-App getroffen werden, im Zwielicht rauschen entfernt oder bei Essensfotos automatisch Farben verstärkt werden. Huaweis KI-Chip soll überdies schnelleres Fokussieren und bessere Ergebnisse bei bewegten Motiven ermöglichen, heißt es.

Der KI-Chip - im Mate 10 Pro stehen ihm sechs Gigabyte RAM zur Seite - soll aber nicht nur beim Fotografieren, sondern etwa auch mit Spracherkennung oder Akustikoptimierung beim Telefonieren dienlich sein. Er soll auch helfen, dem Nutzer intelligente Unterstützungsvorschläge im hauseigenen EMUI-Interface für Android anzubieten.

Riesiger Akku, leider keine Audioklinke
Neben seinem KI-Prozessor soll das Huawei Mate 10 Pro die User insbesondere auch mit einer langen Akkulaufzeit überzeugen. Das Gerät hält laut Hersteller mit seinem 4000-Milliamperestunden-Akku auch bei intensiver Nutzung zwei volle Tage durch. Weniger erfreulich: Huawei folgt dem von Apple gestarteten Branchentrend und hat beim Mate 10 keine Kopfhörerbuchse eingebaut. Ein Adapter von USB-C auf 3,5-Millimeter-Klinke liegt bei.

Das Gehäuse des Mate 10 Pro besteht - ähnlich wie bei vielen Konkurrenten - aus einem Metallrahmen und einer Glasrückseite, die sich bei unserem ersten Kurztest des Geräts als Fingerabdruckmagnet entpuppt hat. Entsperrt wird es per sinnvoll platziertem Fingerabdruckscanner an der Geräterückseite.

Gerät kann als PC-Ersatz am großen Schirm dienen
Für manche User womöglich ein nettes Extra: Das Mate 10 Pro kann, ähnlich wie auch Samsungs Galaxy-S- und Note-Reihe, als PC-Ersatz verwendet werden. Im Gegensatz zu Samsung braucht es bei Huawei dafür keine spezielle Docking Station, sondern lediglich ein Adapterkabel von USB-C auf HDMI und Bluetooth-Peripherie für die Eingabe. Ein an die Mehrfensternutzung angepasstes Interface liefert Huawei dabei mit. Wie weit man mit diesem Feature in der Praxis kommt, hängt freilich davon ab, wie gut sich die eigenen Produktivitätsbedürfnisse im Google Play Store stillen lassen.

Erster Eindruck: Starke Kamera, sauber verarbeitet
krone.at hatte bereits Gelegenheit, einen ersten Blick auf das Huawei Mate 10 Pro zu werfen. Im Kurztest hat es uns insbesondere die Kamera des neuen Huawei-Flaggschiffs angetan, die auch unter widrigen Lichtbedingungen ausnehmend schnell auslöst und rauscharme sowie scharfe Ergebnisse liefert. Auch das kontraststarke und helle OLED-Display hinterließ einen guten ersten Eindruck.

Die Verarbeitung gefällt prinzipiell: Zwar kann man über Glas als Gehäusematerial in puncto Robustheit und Fingerabdruckanfälligkeit diskutieren, zusammengesetzt ist das Gerät aber sauber und stabil. Zumindest am kurz angetesteten Gerät wären uns keinerlei Verarbeitungsmängel aufgefallen.

Zum KI-Prozessor lassen sich indes noch keine finalen Aussagen treffen. Klar lief das Gerät im Kurztest stets flüssig und stabil, aber das tun auch Gerät anderer Hersteller ohne KI-Prozessor. Wie nützlich Huaweis HiSilicon Kirin 970 im Alltag ist, muss also erst in einem ausführlichen Test geklärt werden.

Nach Österreich kommt das nach IP68-Standard wasserfeste Huawei Mate 10 Pro Mitte November. Kosten soll das in den Farben Grau, Braun und Blau verfügbare Smartphone 799 Euro. Eine Lite-Version mit abgespeckter Hardware - Prozessor ohne KI-Funktionen, vier statt sechs Gigabyte RAM, 3340 statt 4000 Milliamperestunden Akku - kommt bereits Anfang November für 370 Euro auf den Markt.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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