So, 19. November 2017

Knapp, aber doch

15.10.2017 21:28

Olympia 2026: Tirol sagt „Nein“ zur Bewerbung!

Die Tiroler haben bei der Volksbefragung am Sonntag gemäß dem vorläufigen Endergebnis mehrheitlich gegen eine Bewerbung Tirols/Innsbrucks für Olympische Winterspiele 2026 gestimmt! 46,65 Prozent der Bevölkerung votierten mit "Ja", während 53,35 Prozent beim "Nein" ein Kreuz machten. Die Städte waren mehrheitlich gegen eine Bewerbung, die ländlichen Gemeinden eher dafür. Auch die Austragungsorte stimmten teilweise mit deutlichen Mehrheiten mit "Ja". In Innsbruck fiel das Ergebnis hingegen mit 32,95 zu 67,41 Prozent deutlich gegen eine Bewerbung aus. "Die Entscheidung pickt!", so Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

Das tief sitzende Unbehagen weiter Teile der Bevölkerung gegen das IOC und seine jahrzehntelange Gigantomanie habe in wenigen Monaten nicht abgebaut werden können, erklärte der Landeshauptmann. "Ich war und bin überzeugt, dass unser Angebot für redimensionierte Spiele eine Chance für Tirol, aber natürlich auch eine Chance für die Olympische Bewegung gewesen wäre", so Platter. Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) betonte indes, die Wichtigkeit des breiten Dialogs mit der Bevölkerung im Vorfeld der Volksbefragung.

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel zeigte sich vom negativen Ausgang "persönlich enttäuscht". "Wir haben die letzten Monate leidenschaftlich um diese Chance gekämpft, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die Zeichen der Zeit für ein maßvolles Tiroler Angebot gesprochen hätten", meinte Mennel. Enttäuscht war auch der Ex-Skistar und Kopf der Unterstützerbewegung, Benjamin Raich: "Niederlagen im Sport tun weh, sind aber dazu da, wieder aufzustehen und noch stärker zurückzukommen."

Gänzlich anders sah das Ergebnis naturgemäß die Liste Fritz, die als einzige Partei gegen eine Bewerbung Stimmung gemacht hatte. "Die Bürger haben entschieden", betonte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Trotzdem meinte sie, dass der Anteil der Liste Fritz an dem "Nein" eher gering sei. "Es war einfach 'too much' für die Bevölkerung", sagte Haselwanter-Schneider, die sich selbst ob des "doch sehr deutlichen Ergebnisses" überrascht zeigte. Gleichzeitig richtete die Klubobfrau einen Appell an Landeshauptmann und Bürgermeisterin, sich "jetzt wieder um die Probleme der Tiroler zu kümmern".

Versprechen, die im Vorfeld im Falle einer Austragung von Olympischen Spielen gemacht wurden, beispielsweise ein Teuerungsverbot oder leistbare Wohnungen in Innsbruck, müssten auch ohne Olympia umgesetzt werden, forderte Haselwanter-Schneider.

krone Sport
Redaktion
krone Sport
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden