Di, 21. November 2017

Menschen in Salzburg

15.10.2017 17:34

Er weiß alles über Bier

Erfolgsgeschichte, die mit Hopfen und Malz geschrieben ist: Felix Schmittner hat den Titel Vizeweltmeister der Biersommeliers geholt. Gratulation!

Es geht viel um Intuition. Um Gespür für Geschmacksnoten. Und auch um viel Wissen. Felix Schmittner durfte schon als Kind beim Papa daheim im Biergasthof in Aigen-Schlägl (Mühlviertel) ins Bierglas schauen. Nicht kosten, aber riechen

Sein Vater ist der erste Biersommelier-Weltmeister überhaupt. Ein Talent, das offenbar vererbbar ist. Auch seine Gene sind mit Hopfennote gebaut.

"Das Bier hat so unendlich viel Potenzial", schwärmt der junge Braumeister. Als Durstlöscher bei großen Volksfesten einerseits. "Das hat genauso seine Berechtigung", sagt er. Aber dann gibt es auch die edle Note: Wenn das Gebräu beispielsweise im Eichenfass reift und einen Gang eines edlen Dinners begleitet.

Die Weltmeisterschaft in München war ein prickelnder Moment: Mehrere Vorrunden, dann Halb- und schließlich das Finale. Nur einem Deutschen musste sich Felix schließlich geschlagen geben. Abgefragt wird das gesamte Bierwissen. Schwierig: "Eine Verkostung mit ausschließlich dunklen Bieren." Ganz feine Unterschiede waren zu erkennen. Auf Facebook konnte seine Fangemeinde alles live mitverfolgen.

"Dabei wollte ich eigentlich beim Langlaufen Weltmeister werden", erzählt er über seine sportlichen Ambitionen von früher. Bei Stiegl steht Felix Schmittner an der Seite von Kreativbraumeister Markus Trinker: Er braut und entwickelt neue Rezepturen. In der Brauerei jobbte er schon früher als Student: "Ich war Guide in der Brauwelt." Unterschiedliche Spezialisten fragten nach, auch er vertiefte sein Wissen. "Wir sind ein kleines, überschaubares Team", erzählt er über das Brauen. Er kann alles flexibel steuern: "Auch von zu Hause aus, ich sehe am I-pad immer, was gerade in der Mälzerei passiert."

Die größten Fehler-Quellen? "Wichtig ist, dass man dem Bier auch die Zeit gibt. Das ist der fünfte Rohstoff beim Brauen."

Biersorten schmecken auch einem Braumeister nach vielen Jahren noch. Und der klassische Bierbauch ist nur noch Klischee: "Die Dosis macht das Gift", lacht Schmittner. Der Gerstensaft mache ja sogar glücklich, wie Forscher jetzt bestätigen. Da kann auch er nur zustimmen. Die neuen Trends am Biermarkt? "Es geht um Vielfalt", freut er sich, dass Spezialbiere gern verkostet werden. Von Craft beer möchte er nicht sprechen: "Das ist ein zu amerikanischer Begriff. Was bei uns Masse ist, gilt dort schon als individuell."

Der Genuss muss stimmig sein: Ob im edlen, schmalen Glas oder einem urigen Steinkrug. "Die Möglichkeiten sind grenzenlos."

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

Steckbrief: Felix Schiffner

Geboren am: 10. Februar 1992, aufgewachsen in Aigen-Schlägl.

Familie: Eltern betreiben das Biergasthaus Schmittner in seiner Heimatgemeinde, Vater Karl ist erster Weltmeister, ein Bruder (wird auch in die Bierbranche einsteigen), Freundin Angelika.
Ausbildung: Skigymnasium in Saalfelden, Wirtschafts-Studium an der Fachhochschule in Puch-Urstein (bac.), daneben schon Guide in Stiegls Brauwelt; Braumeister-Schule bei München.
Freizeit: Mein Hobby ist der Beruf, Rennrad und Langlaufen.
Ich lese: Viel Fachliteratur, gerade jetzt als Vorbereitung auf die WM war das intensiv.
Ich höre: Da bin ich breit gefächert, Klassiker aus den 70ern und 80ern; Austropop, Rock.
Ich bin: Kreativ, fokussiert, ich habe meine große Leidenschaft gefunden und das ist das Bier.
Erfolg heißt: Gesundheit und Familie.
Meine Glücksmomente: Beim WM-Finale, ich habe bei der Präsentation ein Bier ausgewählt, das ich noch nicht kannte und dann zählte es zu den besten, das ich je getrunken habe;
Mich ärgert: Manchmal bin ich stur, dann kann ich auf meiner Meinung rech beharren.
Drei Tipps beim Brauen: Sauberkeit, Genauigkeit, Temperatur und Zeit (der fünfte Rohstoff beim Bierbrauen).
Meine Ziele: Besser werden! Dranbleiben!

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