Do, 14. Dezember 2017

Zug-Flucht eindämmen

14.10.2017 09:26

Sobotka eröffnete neuen Kontrollpunkt am Brenner

Offiziell eröffnet wurde am Freitag die neue Flüchtlingskontrollstelle am Brennersee in Tirol. Künftig sollen bereits dort sowohl Güter- als auch Regional- und Fernzüge nach Illegalen abgesucht werden. Die jüngsten Schwerpunktaktionen zeigen jedenfalls Wirkung: Heuer wurden schon 256 Migranten auf Güterwaggons erwischt!

Trotz verstärkter Kontrollen wagen nach wie vor viele Illegale die lebensgefährliche Flucht auf Güterzügen. Erst in der Nacht auf Donnerstag wurden in Kufstein zwölf Flüchtlinge auf einem Waggon entdeckt und gerettet. Darunter befanden sich auch Kinder im Alter zwischen zwei Monaten (!) und sechs Jahren. Zumindest dieser Fluchtversuch in Richtung Deutschland ging glimpflich aus. Zum Vergleich: Im Dezember 2016 bezahlten zwei Flüchtlinge dieses Wagnis auf der "rollenden Landstraße" in Wörgl mit ihrem Leben.

5770 "Gesamtaufgriffe"
Nachdem die Aufgriffszahl auf Güterzügen im Laufe dieses Jahres kontinuierlich gestiegen war, reagierte die Polizei mit verstärkten Kontrollen - seit Sommer auch mit Unterstützung des Bundesheeres. Dass es solche Aktionen braucht und dass diese auch Wirkung zeigen, beweisen die Daten. Demnach wurden heuer in Tirol bereits 256 Migranten auf Güterzügen erwischt - 31 allein in dieser Woche! Insgesamt landeten 2017 bisher 5770 Illegale in den Fängen der Einsatzkräfte. Im Vorjahr waren es bis einschließlich Oktober 10.282 gewesen!

Aber nun zurück zu der Güterzug-Problematik: Bisher fanden die Kontrollen immer auf Bahnhöfen - wie etwa in Matrei oder Steinach - statt. Dies soll nun der Vergangenheit angehören. Im Beisein von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wurde am Freitagnachmittag die im Frühjahr angekündigte Kontrollstelle am Brennersee offiziell eröffnet. Künftig sollen dort vor allem Güterzüge, aber auch Regional- und Fernreisezüge stichprobenartig unter die Lupe genommen werden.

"Nur zweitbeste Lösung"
"Solange es keinen funktionierenden Schutz der EU-Außengrenze gibt, sind wir weiter gezwungen, auf nationale Maßnahmen zu setzen", betonte Sobotka, der, so wie auch Landespolizeichef Helmut Tomac, diese Variante nur als "zweitbeste Lösung" sieht. Die beste Maßnahme wäre, so der Minister, die Züge bereits am Bahnhof Brenner zu kontrollieren. Nach Gesprächen mit Italien und Deutschland sei man diesem Ziel nun einen Schritt näher gerückt. Eine gemeinsame Polizeiarbeit sei in Aussicht.

Positiv bewertet auch Landeshauptmann Günther Platter die neue Kontrollstelle: "Diese ist ein Signal an die Schlepper, an Italien gegen das Durchwinken von Flüchtlingen und eine Warnung an illegale Migranten."

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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