Di, 17. Oktober 2017

Nach Referendum

13.10.2017 13:09

Irak startet Militäroffensive gegen Kurden

Nach wochenlangen Drohungen und Manövern hat die irakische Armee nun einen Militäreinsatz gegen die Kurden im Nordirak gestartet. Ein Militärposten der Kurden sei bereits eingenommen worden, hieß es. Die Regionalregierung in Erbil versetzte die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in der Region Kirkuk bereits in Gefechtsbereitschaft. Tausende schwer bewaffnete Peschmerga seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massoud Barzani.

Der Militärstützpunkt sei "kampflos aufgegeben" worden, erklärte ein irakischer General, der namentlich nicht genannt werden wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ziel der Streitkräfte sei es, Militärstellungen zurückzuerobern, die sie vor drei Jahren an die kurdischen Peschmerga verloren hätten. Damals im Juni 2014 hatte wegen des Vormarsches der Terrormiliz Islamischer Staat Chaos in dem Gebiet geherrscht.

Die kurdische Führung befürchtet nun, dass die Zentralregierung auch die Besetzung von Ölfeldern an der Grenze zur autonomen Kurdenregion und eines Flughafens plant. Aus diesem Grund habe sie Panzer und schwere Artillerie an der Grenze nahe Kirkuk mobilisiert. Die Kurden riefen Bagdad dazu auf, "die Aggression zu stoppen". Sowohl die Kurden als auch Bagdad erheben Ansprüche auf die ölreiche Provinz Kirkuk.

Zuerst Dementi, dann Offensive
Bereits am Vortag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive der irakischen Armee und ihrer Milizen stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert. Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi dementierte aber jegliche Interventionsabsicht: "Wir werden unsere Armee nicht für einen Krieg gegen unsere kurdischen Mitbürger einsetzen", sagte er am Donnerstag. Am Freitag wollte sich der Sprecher des Ministerpräsidenten nicht zum Beginn der Offensive äußern.

Die irakischen Kurden hatten sich in der Volksabstimmung vom 25. September mit fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen. International wird das Votum nicht anerkannt. Die Zentralregierung in Bagdad fühlt sich von dem Votum provoziert und will nun offenbar militärisch darauf antworten.

Im Video sehen Sie den Kampf um Mossul aus dem Vorjahr:

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Redaktion
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