Mi, 22. November 2017

Tragödie in Wien

13.10.2017 13:40

Erneut Bub (5) aus Fenster gestürzt und gestorben!

Erneutes Fenstersturz-Drama: Der jüngste Unfall geschah am Donnerstagnachmittag am Lerchenfelder Gürtel im Wiener Bezirk Ottakring. Wie Polizeisprecher Harald Sörös am Freitag mitteilte, sei ein Fünfjähriger aus einem Fenster im vierten Stock in den betonierten Innenhof gestürzt, als er mit seinem Bruder im Stiegenhaus spielte. Für den Buben kam jede Hilfe zu spät.

Wie Andreas Huber, Sprecher der Rettung, am Freitagvormittag ausführte, habe der Fünfjährige bei dem Sturz schwere multiple Verletzungen erlitten. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätten die lebensgefährlichen Kopfverletzungen zum Tod des Buben geführt. "Während des gesamten Transports wurden lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt", so Huber. Doch alles Bemühen war leider vergebens: Das Kind starb im Spital.

Laut Huber war die Rettung mit drei Teams am Unfallort, später sei noch eines "zur Unterstützung der Mutter" nachgekommen.




Die Eltern der Kinder waren nicht unmittelbar anwesend gewesen, als das Drama passierte. Die 26-jährige Mutter und der 35-jährige Vater hielten sich in der Wohnung der Familie auf, während der Fünfjährige mit seinem siebenjährigen Bruder im Stiegenhaus des Altbaus spielte. Dort waren alle Fenster geöffnet gewesen.

Aus Syrien stammende Familie wird von Interventionsteam betreut
Zum genauen Unfallhergang konnte der unter Schock stehende siebenjährige Bruder bis jetzt keine weiteren Angaben machen. Die aus Syrien stammende, derzeit staatenlose Familie werde von einem Interventionsteam betreut, sagte Polizeisprecher Sörös. Die Polizei ermittle nun auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zum Unfallhergang - etwa ob Fahrlässigkeit bestand -, das sei in derartigen Fällen Standard, hieß es von der Polizei.

Innerhalb von Sekunden unkalkulierbare Gefahrenquelle
Rund 20 Fensterstürze ereignen sich jedes Jahr in Österreich, zwei bis fünf Kinder sterben dabei an den Folgen der Unfälle, so die Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Vor allem für die Kleinsten zwischen zwei und vier Jahren bestehe ein erhöhtes Risiko. Schnelligkeit und Bewegungsfreiheit nehmen in diesem Alter rasant zu. Auch "die Welt da draußen" werde immer spannender und gerne durch die Fensterscheibe beobachtet. Entdeckungsdrang in Kombination mit geöffneten Fenstern und ungesicherten Balkons können aber innerhalb von Sekunden zur unkalkulierbaren Gefahrenquelle werden.

"Aufgrund der gleichbleibenden Unfallzahlen in Österreich fordern wir eine verpflichtende Umsetzung von baulichen Maßnahmen wie Fenstersicherungen", sagte KFV-Sprecherin Johanna Trauner-Karner. Das KFV empfiehlt den unbedingten nachträglichen Einbau von versperrbaren Fenstergriffen und von Kindersicherungen bei Fenstern. Fenstersicherungen sollten grundsätzlich verschraubt und am oberen Ende der Fenster - also außerhalb der Reichweite von Kindern - montiert werden. Diese gesicherten Fenster können dann nicht weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden und sollen auch verhindern, dass Kinder ihre Finger dort einklemmen. Und: "Lassen Sie Ihr Kind, wenn Sie einen Raum lüften, nicht alleine in diesem Zimmer! Die beste Sicherung nützt nichts, wenn das Fenster geöffnet ist", so Trauner-Karner.

Erst am Sonntagnachmittag war in Klagenfurt ein Fünfjähriger aus dem fünften Stock gestürzt und gestorben.

 krone.at
Redaktion
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