Di, 17. Oktober 2017

Kriminalität steigt

12.10.2017 16:41

Joker gegen illegale Casinos

Im Kampf gegen das illegale Glücksspiel setzen die Behörden auf die Bürger als "Joker". Weil eine umfassende Kontrolle nicht möglich sei, sollen Passanten nicht genehmigte Automaten auf einer neuen "Whistleblower"-Seite des Landes melden. Es gehe um einen Schaden von zehn Millionen Euro, heißt es.

463 Spielautomaten dürfen in Kärnten mit einer Lizenz betrieben werden. Die Geräte sind an das Bundesrechenzentrum angeschlossen, Auszahlbeträge sind genau geregelt und Manipulationen ausgeschlossen.

Nach der Verschärfung des Gesetzes zum kleinen Glücksspiel habe sich in Kärnten aber eine "Parallelwelt" aufgebaut, warnt der zuständige Landesrat Gernot Darmann. 147 illegale Automaten wurden 2016 beschlagnahmt, 55 Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet - die Tendenz ist steigend. "Kriminelle machen hier schnelle Gewinne, indem sie Menschen ruinieren", schätzt Darmann den jährlichen Schaden auf zehn Millionen Euro. Die Zahl der Spielsüchtigen wird auf 5000 bis 15.000 geschätzt.

Die Kontrolle der illegalen Casinos sei schwierig. Einerseits würde wichtiges Personal bei der Finanzpolizei fehlen, andererseits würden die Tricks der Glücksspielmafia immer ausgeklügelter. Per Knopfdruck können legale Automaten in illegale umfunktioniert werden, Kontrollen würden verweigert, heißt es. Daher setzt man jetzt auf die Bürger, um gegen die Machenschaften vorzugehen. Auf der Internetseite ktn.gv.at unter der Rubrik Recht wurde eine Meldestelle (Whistleblower-Seite) gegen die illegale Szene eingerichtet.

Die SP spricht sich indessen für ein generelles Verbot des "kleinen Glücksspiels" in Kärnten aus. Umsetzbar ist das aber nicht. Die vergebenen Lizenzen sind noch mehrere Jahre lang gültig.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

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