Di, 17. Oktober 2017

Gaißau-Hintersee

11.10.2017 22:26

Warten aufs Geld aus China

Diese Woche soll es kommen, das Geld aus China. Von zirka einer Million Euro ist die Rede, damit Revisionen, Personal- und Betriebskosten für einen Teilbetrieb bis Ende Jänner gedeckt sind. Nur eines ist sicher: Die Fragezeichen. Die konnte auch der Mehrheitseigentümer Zhonghui Wang beim Blitzbesuch nicht beseitigen. Und die Einheimischen schmieden schon einen "Plan B".

Krispls Bürgermeister Andreas Ploner bringt es auf den Punkt: "Wenn diese Woche das Geld überwiesen wird, dann sehe ich das als Zeichen, dass man die Lifte im Winter wirklich aufsperren möchte."

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber es sieht trotzdem nicht gut aus für das Skigebiet. Abgesehen vom ewigen Hin und Her und den zahlreichen Vertrauensbrüchen des chinesischen Besitzers (75%) drängt nämlich die Zeit. Große Revisionen für die Zubringer-Sessellifte in Hintersee und Gaißau stehen an, die werden sich nicht mehr ausgehen. "Außer das Land gewährt einen Aufschub und es findet heuer nur eine ,kleine’ Überprüfung statt", sagt Ploner. Im besten Fall könnte es ohne diesen Aufschub einen Teilbetrieb von Kurvenlift, Vierer-Sessellift und Anzenberglift geben, aber eben nur von Gaißauer Seite.

Gaißau-Hintersee weiß, dass man nichts weiß

Der ehemalige Betriebsleiter Martin Wallmann wurde von Wang beauftragt, Personal zu suchen, was aber erst Sinn macht, wenn das Geld da ist. Wie berichtet haben sich die meisten schon andere Jobs gesucht und stellen nachvollziehbar die Bedingung, dass der Lohn pünktlich am 1. des Monats auf dem Konto ist. Das war ja in den vergangenen Jahren selten der Fall.

Suche nach Alternativen

Die betroffenen Grundstücksbesitzer scheinen wirklich geduldige und warmherzige Menschen zu sein. Die Bereitschaft, noch einmal auf Geld zu verzichten - was ja schon im Sanierungsverfahren geschehen ist - ist da. Die Unsicherheit, was Fernost mit dem Skigebiet anstellt, wird dadurch aber nicht ausgeräumt.

Plan B: Anfänger & Skitourengeher

Daher haben sich die Gemeinden Krispl, Hintersee und Faistenau schon Alternativen überlegt. "Stehen die Lifte wirklich still, suchen wir nach einer Lösung, wenigstens den Parkplatz für die Tourengeher bereit zu stellen", so Ploner.

Und auf Flachgauer Seite haben sich Gastronomen, Kleinliftbetreiber und Skischulen auf ein All-inclusive-Package für die Wintergäste geeinigt. "Für die Anfänger wollen wir die kleinen Schlepplifte in Faistenau und Koppl zur Verfügung stellen. Denn wenn die Gäste einmal weg sind, sind sie weg", sagt der Hotelier und Vizebürgermeister von Faistenau, Andreas Teufl.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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