Mo, 11. Dezember 2017

Vielfalt bedroht:

12.10.2017 00:26

Schmetterlinge verschwinden!

Sag mir, wo die Schmetterlinge sind: Durch die hochtechnisierte Landwirtschaft und den massiven Einsatz von Pestiziden droht die heimische Artenvielfalt den Bach runterzugehen. Nicht nur die Falter, auch die Bienen und alle anderen Insekten sind bedroht. Eine weitere große Gefahr ist das Versiegeln der Bodenflächen.

Es ist eine Alltagserfahrung, die viele Landsleute machen: Die Schmetterlinge werden immer seltener. Als Hauptursachen nennen die Wissenschaftler intensive Landwirtschaft samt massiver Düngung, den Insektizid- und Pestizideinsatz, Monokulturen und Flächenversiegelung. Ein Beispiel aus Aigen am Inn an der Grenze zu OÖ: Dort ist ein Rückgang von 75 bis 89 Prozent der Wiesenschmetterlinge zu verzeichnen.

Noch jammern wir auf hohem Niveau
Der Tiroler Schmetterlingsforscher Peter Huemer  präsentierte gestern in Linz regionale Zahlen, die aber auch zeigen, dass wir - noch - auf hohem Niveau jammern. So gibt es in OÖ  etwa 2800 Schmetterlingsarten, bundesweit 4070. Spannend ist der internationale Vergleich: In unserem Bundesland gibt es gleich viele Arten wie im 40-mal größeren Schweden.

In Österreich leben deutlich mehr Arten als im gesamten Nordeuropa
Allein im Nationalpark Kalkalpen konnten bisher mehr als 1500 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden. Auch interessant: In städtischen Gärten gibt es oft schon mehr Artenvielfalt als teilweise am Land.

EU soll Pestizide verbieten
Die EU-Kommission soll den Einsatz von Risikopestiziden  wie  Glyphosat und Neonikotinoide verbieten - darauf hofft Umweltlandesrat Rudi Anschober: "Das wäre ein erster Fortschritt."

Den Schmetterlingen und überhaupt den Insekten werden die Lebensräume weg genommen, warnt Falter-Forscher Peter Huemer.

"Krone": Die Schmetterlinge werden  weniger. Warum?
Peter Huemer: Ganz einfach, ich kann Ihnen mit wissenschaftlicher Sicherheit sagen, dass es keine einzige Falterart gibt, die Beton fressen kann. Pestizide und Versiegelung sind als Ursachen bekannt. Wir haben aber das Problem, dass es einen Mangel an wissenschaftlich fundierten Daten gibt, was seriöse Aussagen zum Insektensterben erschwert.

"Krone": Im internationalen Vergleich sieht unser Land aber noch sehr gut aus.
Huemer: Das hat mit dem Klima und der Geografie zu tun, weil wir so unterschiedliche Lebensräume für Insekten haben.

"Krone": Was kann man selbst als Gartenbesitzer tun?
Huemer: Einheimische Pflanzen setzen, auf  Thujenhecken und englischen Rasen verzichten und keine Unkrautvernichtungsmittel einsetzen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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