Fr, 15. Dezember 2017

Fische haben Stress

11.10.2017 11:54

Klimawandel macht auch "Nemo" zu schaffen

Die Erwärmung der Weltmeere macht auch Clownfischen zu schaffen. Einer neuen Studie zufolge geraten die Fische - bekannt aus dem Film "Findet Nemo" - in Stress und pflanzen sich weniger fort, wenn die See-Anemonen ausbleichen, mit denen sie in enger Gemeinschaft zusammenleben. Als wichtigste Ursache für das Ausbleichen der Nesseltiere gelten die in Folge des Klimawandels steigenden Wassertemperaturen.

Clownfische leben in enger Symbiose mit Anemonen, weshalb sie auch Anemonenfische genannt bezeichnet werden. Die Anemonen bieten ihnen mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz davor, von anderen Fischen gefressen zu werden. Als Gegenleistung säubern die Clownfische die Tentakeln der Nesseltiere und wedeln auch Sauerstoff heran, wenn dieser im Wasser knapp wird.

Auswirkungen 14 Monate lang untersucht
Für die im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlichte Studie untersuchten Wissenschaftler verschiedener Universitäten in einem Korallenriff vor Französisch-Polynesien die Auswirkungen der gestiegenen Wassertemperaturen über einen Zeitraum von 14 Monaten. Dazu zählte auch der ungewöhnlich warme Sommer 2016.

Die Forscher verglichen Fische, die in ausgeblichenen Anemonen lebten, mit solchen, die in gesunden Anemonen zuhause waren. Ergebnis: In ausgeblichenen Anemonen fanden die Wissenschaftler um 73 Prozent weniger lebensfähige Eier als in intakten Lebensräumen.

Werte des Stresshormons Cortisol erhöht
Blutanalysen zeigten bei diesen Fischen erhöhte Werte des Stresshormons Cortisol und verringerte Konzentrationen von Sexualhormonen. "Das durch höhere Wassertemperaturen bedingte Ausbleichen der Anemonen ist ein Stressfaktor, der den Grad von Sexualhormonen mindert und damit auch die Zeugungsfähigkeit", schreibt das Team.

Der Zeichentrickfilm "Findet Nemo" (Bild unten) über den gleichnamigen kleinen Clownfisch gehört zu den Hollywood-Klassikern. Im vergangenen Jahr hatte auch die Fortsetzung "Findet Dorie" großen Erfolg in den Kinos.

 krone.at
Redaktion
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