Mi, 22. November 2017

Berühmt-berüchtigt

11.10.2017 10:12

Sex, Gewalt und andere Skandale: 20 Jahre „GTA“

1997 veröffentlichte Rockstar Games "Grand Theft Auto" - und legte damit den Grundstein für eine der erfolgreichsten Videospielserien überhaupt. Sex, Drogen, Gewalt und andere Skandale machten GTA gleichzeitig zu einem der umstrittensten Games. Wir blicken auf einige der größten Aufreger zurück.

Dirty Campaigning
Politiker, Eltern und Presse - sie alle reagierten angesichts der Gewaltdarstellungen im ersten "Grand Theft Auto" schockiert. Kein Zufall: Um für ordentlich Publicity zu sorgen, heuerten die Entwickler den britischen PR-Profi Max Clifford an, der bei Politikern, Medien und Elternverbänden gezielt "Dirty Campaigning" betrieb - für die eigene Sache.

Verkaufsverbot in Down Under
Die Möglichkeit, nicht nur Sex mit Prostituierten zu haben, sondern diese auch zu ermorden und anschließend auszurauben, machte "GTA III" 2001 schnell berühmt-berüchtigt. In Australien wurde das Spiel daher kurz nach dem Release verboten. Erst mit einer entschärften Version, in der Prostituierte und Blut fehlten, gelangte das Spiel wieder nach Down Under.

Grand Theft Auto: Vice City
Sex und Gewalt sorgten auch in "Grand Theft Auto: Vice City", das 2002 erschien, für Schlagzeilen. Protest gab es aber auch wegen rassistischer Dialogzeilen, durch die sich kubanische und haitianische Interessensverbände in Florida diskriminiert sahen. Rockstar sah sich gezwungen, die entsprechenden Dialoge zu entfernen bzw. zu ändern.

Hot Coffee Mod
Der bislang wohl größte GTA-Aufreger ereignete sich 2005, als die sogenannte "Hot Coffee Mod" ein Sex-Minispiel freischaltete, das im Quellcode des Games enthalten, von den Entwicklern aber lediglich deaktiviert (und nicht entfernt) worden war. In den USA wurde die Altersstufe für das Spieler daher auf "ab 18" angehoben und verschwand vielerorts aus den Läden, in Australien wurde das Spiel ganz verboten. Ein Patch ("Cold Coffee") behob das Problem schließlich, zudem einigte sich Rockstar in den USA gerichtlich darauf, die "versaute" Version des Spiels gegen die "bereinigte" umzutauschen.

Werbeboykott und Taxler-Mord
Auch "GTA IV" (2008) blieb nicht ohne Kontroverse. Nachdem US-Medien einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen einem Anstieg von Gewaltverbrechen und dem Start einer Werbekampagne für das Spiel vermutet hatten, entfernte die Stadt Chicago die Werbung von allen öffentlichen Verkehrsmitteln. In Thailand dagegen wurde der Verkauf des Spiels gestoppt, nachdem ein 18-Jähriger einen Taxifahrer ermordet hatte. Nach eigenen Angaben hatte er ausprobieren wollen, ob das Stehlen von Taxis so einfach ist wie im Spiel dargestellt.

Folter und Lindsay Lohan
Aufregung gab es auch um den bislang jüngsten und letzten Teil der Serie, "GTA V". Unter anderem, weil das 2013 veröffentlichte Game Protagonist Trevor bei einer Folterung zeigt - Stromschläge und Waterboarding inklusive. Die medial größte Aufmerksamkeit erlangte das Spiel aber durch eine Klage von US-Schauspielerin Lindsay Lohan. Sie warf den Entwicklern vor, die Figur Lacey Jonas ohne ihr Einverständnis nach ihrem Vorbild geschaffen zu haben - und forderte daher Schadenersatz. Letztlich blitzte Lohan damit ab: Ein Gericht urteilte im Herbst 2016, dass die Figur durch den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, der unter anderem die Meinungsfreiheit beinhaltet, geschützt sei. Das Spiel nutze weder den Namen, noch die Stimme oder echte Fotos von Lohan, die Handlung finde außerdem in einer fiktiven Stadt und Region statt.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden