Mi, 22. November 2017

Tote und Vermisste

11.10.2017 05:23

Inferno: Mindestens 17 Brände wüten in Kalifornien

Die Zahl der durch die heftigen Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien geforderten Todesopfer ist auf mindestens 17 gestiegen. Hunderte Menschen werden noch vermisst. Tausende Feuerwehrleute sowie weitere Helfer kämpften am Dienstag gegen die Flammen, die nach Behördenangaben insbesondere in den berühmten Weinbaugebieten Sonoma und Napa Valley Zehntausende Hektar Land und Hunderte Gebäude zerstörten.

Mehr als 25.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für insgesamt acht Bezirke aus. Im Bezirk Sonoma wurden bislang die meisten Todesopfer gemeldet.



Zudem starben Menschen in Mendocino, im Bezirk Napa und in Yuba. Die Gegenden nördlich der Bucht von San Francisco sind vor allem als Weinanbaugebiete bekannt.

Betagtes Ehepaar in Flammen gestorben
Bei den beiden Toten in Napa handelte es sich dem Fernsehsender KTUV-TV zufolge um ein 98 und 100 Jahre altes Ehepaar. Sie konnten sich demnach nicht rechtzeitig vor den Flammen retten.

Die Polizei von Sonoma teilte auf ihrer Facebookseite mit, in dem Landkreis seien 150 Menschen als vermisst gemeldet worden. Doch die Behörden zeigten sich "zuversichtlich, dass die meisten dieser Menschen wohlauf wiedergefunden und mit ihren Liebsten vereint werden".

2000 Häuser in weniger als 24 Stunden zerstört
Ein Sprecher des Sheriffs von Mendocino sagte dem Sender CBS, es werde mit weiteren Opfern gerechnet. Davon geht auch Gouverneur Brown aus. In einem Brief an US-Präsident Donald Trump schrieb er, die Brände hätten in weniger als 24 Stunden mehr als 2000 Häuser zerstört. Tausende weitere Gebäude seien bedroht. Nach Behördenangaben wurden seit Sonntagabend mehr als 46.500 Hektar Land zerstört.

Brown forderte Trump auf, den Katastrophenfall zu erklären, um Bundesmittel freizugeben. In Schulen und Kirchen wurden Notaufnahmezentren für die Evakuierten eingerichtet.

Brände durch "Santa-Ana-Winde" angefacht
Nach Angaben der Behörden wüteten weiterhin mindestens 17 Brände. Die Feuerwehr erklärte aber, sie habe dank abnehmendem Wind und kühlerem Wetter "über Nacht gute Fortschritte gemacht". Angefacht wurden die Brände unter anderem durch sogenannte Santa-Ana-Winde, die mitunter eine Geschwindigkeit von mehr als 90 Stundenkilometern erreichten. Es handelt sich hierbei um ein meteorologisches Phänomen, das trockene Winde aus dem Bergland östlich der kalifornischen Küste bringt.

"Ein Inferno, wie man es nie zuvor erlebt hat"
"Wir werden ganz von vorne beginnen müssen", sagte Dreama Goldberg dem Sender NBC. Das Haus der im achten Monat schwangeren Frau brannte komplett ab. Jesus Torres sagte dem Sender CBS, auch er habe beim Verlassen seines Hauses kaum etwas mitnehmen können. Erst in der "letzten Sekunde" habe er das Feuer erkannt, da alles voller Rauch gewesen sei. Marian Williams beschrieb die Lage in Kenwood im Bezirk Sonoma auf NBC: "Es war ein Inferno, wie man es nie zuvor erlebt hat."

Zahlreiche Gasleitungen und -tanks explodiert
In Santa Rosa wurden das Krankenhaus sowie das Hilton Hotel evakuiert. Es sei davon auszugehen, dass das Feuer das Hotel schwer beschädigt habe, teilte das Hilton Sonoma Wine Country auf Facebook mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von zahlreichen Explosionen an Gasleitungen und -tanks sowie von brennenden Häusern, Autos und Weinbergen in der Region.

Mehrere Autobahnen und Straßen wurden gesperrt. Nach Angaben des Versorgers Pacific Gas & Electric fiel zunächst bei 196.000 Kunden wegen der Brände der Strom aus. Später waren demnach noch 99.000 Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten, insbesondere in den Bezirken Sonoma und Napa.

Sogar im rund 60 Kilometer entfernten San Francisco waren riesige Rauchwolken zu sehen, auch der Brandgeruch drang bis in die Millionenmetropole. Im Norden der Stadt wurde wegen Asche in der Luft von Aktivitäten im Freien abgeraten. Die Aussichten auf durchgreifende Linderung für Kalifornien standen zuletzt nicht sehr gut. Für Mittwoch wurden weitere Winde vorhergesagt, die mit starken Böen die Brände anfachen können.

 krone.at
Redaktion
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